Meine aktuellen Pancake-Favorits: clean, rohvegan, glutenfrei

Zweifelsfrei zählen Pfannkuchen zu den beliebtesten Backwaren der Deutschen. Auch ich bin mir im Moment nicht schlüssig, wieviele Pancake-Rezepte ich in der Vergangenheit zubereitet habe. Allerdings dürfte sich die Zahl im dreistelligen Bereich befinden. Einige meiner cleanen „Klassiker“ habe ich euch bereits in diesem Beitrag zusammengefasst. Doch vom heutigen Tag an bereichert eine weitere Variante mein Rezept-Repertoire: diese rohveganen, cleanen, glutenfreien Pancakes aus nur drei einfachen Ingredienzien:

Zutaten für ca. 10 Stück:

  • 2 EL gemahlene Mandeln
  • 2 überreife Bananen
  • 1 TL gemahlene Vanille

Zubereitung:

  • Mandeln ggf. in Wasser einweichen, trocknen und im Blender zu Mehl verarbeiten
  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Bananen mit Gabel zermusen
  • Mandelmehl und Vanille in Schüssel mischen und mit Bananenpüree zu homogenem Teig verarbeiten
  • Häufchen auf Dörrfolie geben, mit Löffel gleichmäßig rund verteilen und im Dörrgerät ca. 9-10 Stunden bei 40°C trocknen lassen (nach 7-8 Stunden Folie entfernen, wenden und direkt auf Gitterrost zu Ende trocknen)

Wie ihr seht: so simpel wie genial. Mandeln, Vanille und Bananen – eine für mich absolut delikate Kombi. Durch den schonenden Dörrvorgang wird das angenehm-liebliche Vanillearoma intensiviert und harmoniert perfekt mit der Süße der Bananen (die für mich völlig ausreicht 😊) sowie den nussigen Mandel-Geschmack. Mein Versuch die Pancakes in der Pfanne auszubacken, scheiterte leider kläglich. Allerdings müsste alternativ eine Zubereitung im Ofen funktionieren, was ich jedoch noch nicht getestet habe. Ich bestreiche die Pancakes entweder mit Cascintella-Schokoaufstrich oder toppe sie mit verschiedenen Chia-Fruchtkonfitüren-Variationen. Die gemahlenen Mandeln könnt ihr nach Belieben substituieren (z.B. durch Kokosraspeln oder Nüsse). Weiterhin könnt ihr noch Gewürze nach eurem Gusto zufügen (z.B. den Abrieb einer Bio-Orange oder Zimt). Wie ihr seht ein absolut flexibles Rezept, welches sich beliebig adaptieren lässt.

Wenn ihr ebenfalls zu den glücklichen Besitzern eines Dörrgerätes zählt, dann probiert diese einfachen und leckeren glutenfreien Pancakes unbedingt aus! Falls ihr sie im Backofen zubereitet, dann teilt mir unbedingt euer Resultat mit.

Schaut auch gern mal bei „Fit4Fanny“ auf Facebook und Instagram vorbei. Ich freue mich über einen Besuch eurerseits 😊.

 

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Biofach 2017 in Nürnberg: biologisch, nachhaltig, innovativ

Zur Weltleitmesse für ökologische Konsumgüter und nachhaltigen Lifestyle werden ca. 50.000 Fachbesucher erwartet. Was für ein vielversprechendes Event, welches ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte. In meinem Fall standen zwei Optionen zur Verfügung: entweder Anmeldung als Apothekerin oder als Bloggerin. Natürlich wollte ich dieses Event gern in meiner „Funktion“ als Bloggerin besuchen, während erstgenanntes eher eine notgedrungene Alternative darstellte. Dazu musste mein Blog allerdings das Akkreditierungsverfahren durchlaufen. Trotz geringer Hoffnung versuchte ich mein Glück und siehe da: ich erhielt tatsächlich eine positive Rückantwort – obwohl „Fit4Fanny“ noch als ein sehr junger und kleiner Blog in den Kinderschuhen steckt. Umso erfreulicher für mich 😄. Vom 15.2.-18.2. wurden spannende Vorträge mit hochqualifizierten Referenten, Eventshows und Workshops an den entsprechenden Ständen bzw. in den Hallen angeboten. 

Tag 1: Mittwoch, der 15.02.17

Bereits im Vorfeld hatte ich mir einen genauen Plan für die nachfolgenden drei Tage zurecht gelegt. Dort habe ich genau strukturiert, welchen Vorträgen oder Events ich beiwohnen möchte und welche Stände ich besuchen werde. Relativ früh am Tag hieß es: aufstehen, frühstücken und schnell nach Nürnberg reisen. Auf dem Messegelände angelangt, besorgte ich mir als erstes meinen Presseausweis. Dazu benötigte ich meine Bestätigungsmail der Akkreditierung sowie meinen Personalausweis, die ich dann am Check-In vorlegte. Danach stürzte ich mich sofort voller Neugier und Vorfreude ins Getümmel.

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Als allererstes stattete ich PureRaw einen Besuch ab. Mit Inhaberin Kirstin hatte ich mich im Vorfeld über Instagram ausgetauscht und ihr bereits meinen Besuch „angedroht“ 😁. Seit ich zum ersten Mal vor einiger Zeit die Algenprodukte ihrer Firma bezogen hatte und ich sofort von den Meeresspaghetti, Dulse-Algen, Zuckertang und Nori-Algen überzeugt war, gehöre ich zu den absoluten Fans des qualitativ hochwertigen Bio-Shops. Ein weiterer Favorit meinerseits: der Yaconsirup eine nach langem Suchens endlich gefundene Alternative eines flüssigen Süßungsmittels. Standardmäßig verwende ich in meinen eigenen Zubereitungen ja i.d.R. meine Dattelpaste oder überreifes Obst wie Äpfel, Beeren oder Bananen. Wenn ich allerdings für Familienfeiern oder andere Events Rezepte kreiere, dann greife ich auf alternative Süßungsmittel zurück. Früher verwendete ich hauptsächlich Ahornsirup, seltener Agavendicksaft. Doch erstgenanntes besitzt leider keine Rohkostqualität und mit letzterem konnte ich mich nie richtig anfreunden. Dieser Yaconsirup stellt für mich eine perfekte rohvegane Alternative dar – zumal er vom Geschmack durch seine leicht malzige Note nicht zu süß daherkommt und die Gerichte perfekt abrundet.

Im Anschluss besuchte ich noch den Stand vom Veganz. Dort wurde ich mit leckeren süßen Snacks versorgt und bekam noch zwei „Yes Ve Gan“-Anstecker geschenkt. Noch einmal vielen lieben Dank! So schlenderte ich noch einige Zeit durch die Hallen, um den Gesamteindruck in Ruhe zu genießen und mich an den großartigen Produkten zu erfreuen:

Danach steuerte ich bereits auf meine erste Veranstaltung zu: schnurstracks bewegte ich mich in Richtung Halle 6 zum Vebu-Stand und der dortigen „Erlebniswelt Vegan“, wo mein erstes Event-Highlight in Form der Kochshow „Restlos glücklich – vegane Zero Waste Küche“ stattfand. Diese wurde von keinen Geringeren als „Vegan Queen“  Sophia Hoffmann und Ökotrophologen Niko Rittenau, der auch in den folgenden Tagen als Co-Moderator fungierte, gehosted. Die vegane Kochbuchautorin betreibt den extrem erfolgreichen YouTube-Channel „Sophias vegane Welt“ und entwickelt Rezepte für Magazine und Firmen. Sie zauberte uns ein fantastisches Menü aus Blumenkohlpüree mit Mandel-Feta, fried Tahini-Pesto und lila Brot, welches auch in ihrem aktuellen Kochbuch „Vegan Queens“ beheimatet ist und präsentierte wertvolle Tipps zu Reduktion der Lebensmittelverschwendung. Daneben versorgte uns Niko mit relevanten ergänzenden Infos aus seinem reichhaltigen fundierten Wissensschatz bzgl. wertvoller Inhaltsstoffe der verwendeten Produkte. 

Am Nachmittag ließ uns Björn Moschinski über die Schulter schauen. Im Rahmen seiner Veranstaltung „Vegan quick and easy – schnell und raffiniert ist kein Widerspruch“ kreierte er ein fantastisches „Umami-Menü“ – natürlich frei von künstlichem Glutamat oder Hefeextrakt, sondern nur basierend auf natürlichen geschmacksverstärkenden Ressourcen wie z.B. fermentierten Kräuterseitlingen, Algen und Wasabi. Den Veganern unter euch wird der Name natürlich sofort ein Begriff sein – gehört Björn doch zu den absoluten Koryphäen seines Gebietes. Der engagierte Gesundheitsexperte entwickelt nicht nur Rezepte für Unternehmen oder Uni-Mensen, sondern teilt sein Wissen, seine Erfahrungen und sein Know-how betreu seines Credos: „Geiler Geschmack braucht kein Fleisch!“ in Form von Schulungen, Kochkursen und Workshops mit allen Interessierten.

Zum Ausklang des Tages wählte ich abschließend die Präsentation von Buchautor und Profikoch Sebastian Copien. Unter dem Motto „Vegan in a Bowl – energiegeladene Gerichte schnell, clean und gesund“ zauberte er eine traumhaft geniale Geschmackskomposition aus einem Blumenkohl-Kokos-Püree, Kurkuma-Reisnudeln, gerösteten Paprika-Karotten, einer veganen Cashew-Mayo, süß-mariniertem Tofu sowie einer Coleslaw-Salsa.

Tag 2: Donnerstag, der 16.02.17

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Heute öffnete die Blogger-Lounge ihre Pforten, welche uns als Meeting-Point zum gegenseitigen Kennenlernen und Erfahrungsaustausch zur Verfügung gestellt wurde. Die stellte auch gleich meine erste Zieladresse des Tages dar. Allerdings schienen meine Kollegen noch nicht ganz so früh auf den Beinen zu sein – zumindest waren neben mir nur 2 weitere Bloggerinen am Start, die sich bereits in Aufbruchstimmung befanden – leider.

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Doch eine mehr als angemessene „Entschädigung“ folgte auf dem Fuß: kein geringerer als DER Vegan-Guru Attila Hildmann höchstpersönlich stattete der Biofach einen Besuch ab und kreuzte rein zufällig meinen Laufweg. Zunächst glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen 🙃, denn eine solch großartige Überraschung hatte ich in keinster Weise erwartet, doch ich hatte mich nicht getäuscht. Er nahm sich sogar die Zeit für einen kurzen Smalltalk und versuchte vergeblich mir das Formen seines berühmten „Vegan-V“ beizubringen (meine Finger erwiesen sich leider als zu untalentiert 😁).

Danach besuchte ich den Vortrag „Ernährungsphysiologische Betrachtungen pflanzlicher Proteine“, der von Elisabeth Klippel von der All Organic Trading GmbH präsentiert wurde. Er diente mir als ausgezeichnete Auffrischung meines an der Uni erworbenen Wissens diesbezüglich und brachte einige Erinnerungen zurück an die Oberfläche meiner neuronalen Synapsen, so dass ich die relevanten Fakten jetzt erneut vergegenwärtigt habe.

Im Anschluss zog es mich dann erneut magisch zum „Erlebniswelt-Vegan-Stand“, um der Kochshow „Keine Frage des Budgets – vegan und bio in Kita und Schulverpflegung“ beizuwohnen. Als Referentin war keine Geringere als Stina Spiegelberg herself am Start. Jeder in der veganen Szene kennt natürlich die Bloggerin und Kochbuchautorin. Sie präsentierte uns eindrucksvoll, dass gesund und vollwertig nicht mit teuer und luxuriös gleichzusetzen ist und widerlegte die gängige These, dass eine gesunde Ernährung für unsere Jüngsten finanziell nicht zu stämmen sei. Unsere Gaumen wurden entzückt durch eine geniale Süßlupinen-Bolognese mit Vollkorn-Spaghetti sowie einen fantastischen Apfelkuchen, welchen sie in nur 30 min. zubereitete. Auch der mangelnde Zeitfaktor kann nicht als Rechtfertigung für den Griff zur Fertigpackung dienen – das hat Stina eindrucksvoll bewiesen 😉.

Am Abend wurden dann unter der Leitung von Moderator Niko die spannensten veganen Produktinnovationen führender Unternehmen vorgestellt:

  • Just zu Beginn schüttelte PureRaw-Chefin Kirstin Knufmann ein absolutes Ass aus dem Ärmel: sie präsentierte das geniale Produkt „BOBEI“ (Backen ohne Ei und Butter). Als Basis dient die fermentierte Chlorella-Alge, aus welcher dann das vegane Pulver produziert wird. Mit Hilfe dieser Innovation lassen sich u.a. Pudding, Plätzchen, Cookies, Muffins, Kuchen u.a. herstellen. 
  • Als zweites präsentierte die Firma Green Food gleich zwei Innovationen aus ihrer Pipeline. Zuerst einen glutenfreien schwarzen Knoblauch-Aufstrich mit Buchweizen und Chiasamen sowie drei Säfte auf Basis der Acai-Beere, einem Superfood aus dem Amazonas als „Red-Bull-Ersatz“.
  • Danach brachte uns das Berliner Unternehmen Kulau eine geniale Kreation auf Basis von Nori-Algen näher: Algenchips als köstliche gesunde Alternative zu konventionellen Produkten in den Geschmacksrichtungen Hot Ginger, Sweet Paprika und Virgin.
  • Die Müsli-Fans unter euch werden bei diesem Produktnovum voll auf ihre Kosten kommen – in Form des „Wowbab-Müslis“ der Firma Frutelia & Letellier. Es besteht aus gekeimten Cerealien in Kombination mit Baobab, der Frucht des afrikanischen Affenbrotbaums. Aufgrund des hohen Gehalts an Calcium, Kalium, Eisen, Vitamin B1, Vitamin C und Ballaststoffen gilt sie als absolutes Superfood.
  • Deutschlands allererste rohköstliche Bio-Brauerei für Kombucha folgte an Position fünf. Die Firma Fairment präsentierte uns ihren lebendigen Kombucha. Mit Hilfe von Bakterienkulturen und Hefen wird der Teepilz fermentiert und auf diese Weise vitalisiert. Das Besondere: die Rohkostqualität wird während des gesamten Prozesses gewährleistet.
  • I sea Bacon“ lautet der kreative Name des folgenden Produktes der Firma Seamore. Dieser aus Algen gewonnene Snack besticht durch seinen rauchig-salzigen Geschmack und seiner crunchy Textur, welche in der Tat an echten Bacon erinnert.
  • Joghurt und Quarkalternativen erfreuen sich in der veganen Szene nach wie vor größter Beliebtheit. Die Firma Provamel bereichert dieses Repertoire durch ihre Soja-Alternativen. Zur Verkostung wurden uns die Sorten Brombeere-Holunder und Mango angeboten.
  • Auch das abschließende Produkt bedient den oben genannten Sektor. Hier präsentierte uns die Firma Abbot Kinney’s ihren „Almond-Start“ – eine auf Mandeln basierende pflanzliche Joghurt-Alternative. Dieses Produkt besticht vor allem durch eine angenehm überschaubare Zutatenliste (es besteht lediglich aus Wasser, Mandeln, Tapiokamehl als Verdickungsmittel und Joghurtkulturen). Auf Zucker, Süßungsmittel oder andere unnötige Ingredienzien wird verzichtet.

Hier noch einmal alle Produkte und Referenten im Überlick:

Tag 3: Freitag, der 17.02.17

Mein leider bereits letzter Tag. Heute fand um 09.00 Uhr das traditionelle Bloggerfrühstück im Marco Polo Restaurant mit anschließender Führung über die Biofach statt. Allerdings hatte ich mir von diesen beiden Events ein wenig mehr erhofft. Das Frühstück war liebevoll arrangiert und auch für die Veganer wurde gesorgt, allerdings erwies sich in meinen Augen der riesige Raum des Gastronomiebetriebes als eher kontraproduktiv für eine optimale Vernetzung. Die Tische waren weit verteilt und separat aufgestellt, so dass sich wenig Chancen ergaben die Bloggerkollegen kennenzulernen, zumal wir die meiste Zeit über mit dem Verspeisen der köstlichen Morgenmahlzeit beschäftigt waren. Hier ein kleiner Überblick über das ästhetisch angerichtete Buffet:

biofach48Einige kurze Smalltalks ergaben sich dann doch noch u.a. mit Katja vom Blog Feelgood Moments. Dort publiziert sie spannende Reiseimpressionen in Kombination mit kreativen und gesunden Rezepten. Schaut unbedingt bei ihr vorbei. Leider stand uns nur ein kurzer Moment des Kennenlernens zu Verfügung, denn bereits um 10.45 Uhr startete der Blogger-Rundgang über die Biofach, so dass wir uns relativ schnell wieder aus den Augen verloren (glücklicherweise trafen wir dann allerdings am nächsten Tag auf Facebook und Instagram erneut zusammen 😃). Kurz vor Beginn des Rundgangs fotografierte ich schnell noch unsere Blogger-Pinnwand ab, so dass ich mir Zuhause in aller Ruhe die großartigen Beiträge der Kollgen anschauen kann (mein Blog „Fit4Fanny“ befindet sich ganz oben links 🙂). 

Auch die anschließende Führung über die Biofach hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt. Ich hatte erhofft, dass wir einen komplexen Überblick über innovative Stände bekämen, doch trotz der Dauer von ca. 1,5 Stunden wurden nur fünf Hersteller präsentiert. Wir starteten am Naturland-Stand. Dort bekamen wir das nachhaltige Firmenkonzept inklusive des Labels „Naturland fair“ vorgestellt. Als zweiten Stand besuchten wir die Herbaria Kräuterparadies GmbH. Hier werden Kräuter, Teemischungen und Gewürze aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt. Im Anschluss folgte der Viva Maris Stand. Das Start-Up Unternehmen produziert nachhaltige biologische Lebensmittel aus Makroalgen („Undines Gold“) als relevante Vitamin- und Mineralstoffquelle. Jacky F lautete die Zieladresse unserer vierten Station. Hier wird die Jackfrucht als veganer Fleischersatz promotet. Diese wird in Salzlake eingelegt und mit Gewürzen verfeinert. Dadurch erhält sie auf natürliche Art und Weise die Konsistenz von Fleisch. Selbst vegane Frikadellen lassen sich auf diese Weise zubereiten. Last but not least besuchten wir den Produzenten Vivasphera. Hier wird neben einer adäquat hohen ökologischen Produktqualität der Fokus vor allem auf den nachweisbaren Schutz der biologischen Artenvielfalt gesetzt.

An allen Ständen wurden wir großzügig verköstigt und reichhaltig beschenkt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei den jeweiligen Produzenten bedanken!

Hier noch ein kleiner Gesamteindruck des Rundgangs:

Zum Abschluss meines Besuches begegneten mir noch zwei echte Highlights – ein interaktives und ein kulinarisches. Ich bekam die Chance für einen kurzen Smalltalk mit unserem Moderator Niko von der veganen Erlebniswelt und durfte ein traumhaft leckeres Eis verkosten. Diese kulinarische Geschmacksexplosion wird produziert von Deutschlands erster veganer Bio-Eismanufaktur Icedate. Hier werden Aromastoffe durch frisches reifes Obst, Zucker durch Datteln und Milch bzw. Sahne durch Cashewcreme substituiert. Das Resultat: ein gesunder, veganer und cleaner Gaumenschmeichler mit fantastischem Geschmack. Ein Traum in Eis 😁.

Danach trat ich die Heimreise an – mit vielen großartigen neuen Erfahrungen, Erkenntnissen und Informationen im Gepäck. Alles in allem ein wundervolles Event, welches meine Erwartungen (bis auf das Blogger-Frühstück) bei weitem übertraf. Leider ist es mir unmöglich an dieser Stelle all die großartigen Innovationen und Produzenten aufzulisten, doch einige meiner persönlichen Highlights möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Pureraw – natürlich, roh, vegan
  • Veganz – vegan ganz easy
  • Icedate – die vegane Bio-Eismanufaktur
  • Roobar – organic raw superfood bars
  • Sonnentor – Kräuterhandels GmbH mit Kräutern und Gewürzen aus biologischer Landwirtschaft
  • Dennree – Bio für jeden Tag
  • Allos – Bioorginiale seit 1974
  • Keimling Naturkost – vegane Premiumrohkost
  • Bingenheimer Saatgut – Teil eines lebendigen Netzwerkes
  • Dr. Goerg – fair, natürlich, nachhaltig
  • Eisblümerl – die Bio Premium Manufaktur
  • Lifefood – Europas größter Hersteller von verarbeiteten Rohkostlebensmitteln
  • Vebu – Vegetarierbund
  • Lebensbaum – Tee, Kaffee und Gewürze in feinster Bioqualität
  • Naturata – mehr als Bio

Deshalb mein ultimativer Tipp an euch: stattet dieser großartigen Weltleitmesse im nächsten Jahr einen Besuch ab und überzeugt euch selbst 😉. Ihr werdet es nicht bereuen.

Für nähere Infos schaut einfach mal auf der Biofach-Website vorbei.

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Februar-Potluck mit rohköstlichen Revodry-Rezepten

Seit einigen Wochen zähle ich – dank Silke – zu den glücklichen Besitzern eines Revodry-Dörrgerätes. Seither brachte ich dieses geniale Gadget nahezu jeden Tag zum Einsatz. Zur „Eingewöhnungsphase“ bereitete ich hauptsächlich Kreationen mit nur wenigen benötigten Ingredienzien (wie z.B. Fruchtleder, Bananencrêpes, Obst- oder Gemüsechips) zu, um mir einen Überblick über die entsprechenden Dörrzeiten bei 40°C Rohkosttemperatur zu schaffen.

Da endlich wieder ein Rohkostpotluck in Leipzig vor der Tür stand, wollte ich natürlich sicherstellen, dass mir die Kreationen auch gelingen, da ich diese großartigen Events mittlerweile sehr intensiv in mein Leben integriert habe und sie mir absolut am Herzen liegen. Ihr solltet unbedingt einem solchen Potluck beiwohnen – unabhängig von eurer Ernährungsform – ihr werdet das Gefühl der Geborgenheit und die durch die Teilnehmer ausgestrahlte Herzlichkeit in unserer oberflächlichen deutschen Leistungsgesellschaft nirgendwo finden. 

Christian konnte quasi in allerletzter Sekunde noch eine Lokalität organisieren, so dass der Potluck dieses Mal im neuen Schauspielhaus Leipzig stattfand. Die erstmalige obligate Eintrittsgebühr von 2 € pro Person entrichtete ich natürlich sehr gern. Einzige echte kleine Wermutstropfen: Kinder waren nicht erwünscht und Silke konnte leider nicht daran teilnehmen, da sie zu diesem Zeitpunkt verreist war.

Falls euer Interesse geweckt ist, dann schaut mal auf dieser Website vorbei. Hier findet ihr u.a. alle deutschlandweit stattfindenden Rohkostpotlucks sortiert nach den entsprechenden PLZ. Weitere relevante Links:

Nun aber zu einem weiteren interessanten Part – was wurde alles auf unserem rohköstlichen Buffet dargeboten? Im Folgenden starte zunächst mit meinen eigenen Kreationen, die ich für den Potluck vorbereitet habe.

Sie bestanden u.a. aus: Fruchtchips basierend auf frischen Bananen, Mangos und Ananas (natürlich alles in Bioqualität 😄), Paprika-Chia-Chips, meiner „Cascintellacreme“ (einer rohveganen, cleanen Nutella-Alternative), Fruchtleder (diesmal auf Basis von garteneigenen Himbeeren und Stachelbeeren, die wir immer während der Saison eingefrosten) und einem Gemüsesalat mit Algen sowie diversen Sprossen (hier findet ihr nähere Infos zur Eigenanzucht), angerichtet mit einem Orangen-Curry-Dressing nach folgendem Rezept:

Zutaten für 1 Schüssel:

Salat:

  • 1 Möhre
  • 1 Mini-Gurke
  • 1 Handvoll Nori-Algen
  • 1 Handvoll Roggensprossen
  • 1 Handvoll Rucolasprossen
  • 1 Handvoll Gartenkresse
  • 1 Handvoll Feldsalat
  • 1 Handvoll Postelein
  • 1 Apfel
  • ½ Paprika
  • 2 Tomaten
  • 1 Kohlrabi
  • 3 Radieschen
  • 2 EL Walnüsse

Dressing:

  • 2 EL Chiasamen
  • 2 TL Mandelmus
  • 1 TL Currypulver
  • 1 TL Dattelpaste
  • Saft einer Bio-Orange
  • 1 Knoblauchzehe
  • ½ Tasse Wasser
  • Salz nach Geschmack

Zubereitung:

  • Algen ca. 15 min. in Wasser einweichen und abtropfen lassen
  • Gemüse sowie Apfel klein schneiden, Feldsalat und Postelein zerzupfen und alles in Schüssel zusammen mit Sprossen, Kresse und Algen vermischen
  • Orange entsaften, mit anderen Dressing-Zutaten im Standmixer zu homogener Masse pürieren und Salat marinieren
  • Walnüsse fein hacken und unter Salat mischen

Last but not least bereitete ich noch eine für mich fortgeschrittenere Revodry-Kreation in Form dieser rohveganen, cleanen und glutenfreien Müsli-Cookies zu:

Zutaten für ca. 40 Stück:

  • 2 kleine Bananen
  • 2 EL gefriergetrocknete, ungesüßte Cranberries
  • 5 Datteln
  • 30 g Mandelmus
  • 40 g Cashewkerne
  • 1 TL gemahlene Vanille
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Walnüsse
  • 20 g Kokosraspeln

Zubereitung:

  • Datteln, Nüsse und Kerne ggf. einweichen
  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Bananen, Cranberries und Datteln klein schneiden und alles mit Zauberstab oder im Standmixer pürieren, dann Mandelmus zufügen und erneut mixen
  • Kerne und Nüsse im Blender zerkleinern und in Schüssel mit Vanille, Salz sowie Kokosraspeln mischen
  • Mandel-Fruchtpüree zugeben und alles zu homogener Masse vermischen
  • Teig mit TL abnehmen, auf Dörrfolie setzen, Teighäufchen mit befeuchteten Händen in Cookie-Form modellieren und ca. 10 Stunden bei 40°C trocknen lassen (dabei nach Hälfte der Zeit wenden und direkt auf Gitter fertig dörren)

Dieses Rezept stellt eine rohköstliche Variation meiner bisher gebackenen cleanen Müsli-Cookies dar, welche ich mir bereits seit Anbeginn meiner Ernährungsumstellung als schnellen und gesunden Powersnack für Zwischendurch einverleibe. Falls ihr die durch den Dörrprozess entstandene braune Farbe der Bananenmasse als störend empfindet, könnt ihr sie mit Zitronensaft beträufeln, um so die Oxidation zu verhindern. Ihr könnt die Cookies auch im normalen Ofen ca. 10 min. bei 180°C backen, falls kein Dörrgerät in euren Haushalten vorhanden ist oder ihr keine Rohkostqualität benötigt. Allerdings muss ich gestehen, dass mir die gedörrten Cookies wesentlich besser mundeten als ihre gebackenen Pendants. Durch den schonenden Feuchtigkeitsentzug bleiben die fruchtig-nussigen Aromen wesentlich intensiver erhalten als beim Backprozess, wodurch die Cookies auf ein geschmacklich höheres Level gehoben werden. Auch wenn der Dörrvorgang natürlich sehr viel mehr Geduld erfordert und die Wartezeit bis zum Verzehr wesentlich erhöht wird, werde ich die kleinen Leckerlies zukünftig nur noch auf diese Weise zubereiten. 

Natürlich möchte ich euch auch die traumhaft leckeren Köstlichkeiten der anderen Teilnehmer, die ich selbstverständlich wie immer von vorn bis hinten nahezu quantitativ verkostet habe 😁, nicht vorenthalten. Dargeboten wurden u.a. diverse Obst- und Gemüsesalate, Smoothies, Wirsingchips, rohveganes Sushi, Saaten-Cracker, Rote-Bete-Chips, rohvegane Brownies, Energiebällchen, Chiapudding und Grünkohlwraps:

Genau wie bereits bei meiner Potluck-Premiere im Dezember sowie meinem 2. Besuch im Januar versetzte mich dieses inspirierende Event mal wieder in Ekstase. Ich kann nicht oft genug diese einmalige und entspannte Atmosphäre sowie die positive Energie im Kreis von wundervollen und liebenswerten Menschen hervorheben, welche die gesamte Veranstaltung dominiert. Natürlich will ich auch die fantastischen, cleanen und rohveganen Gaumenschmeichler nicht unterschlagen, die sämtliche Gerichte der „gehobenen Sternegastronomie“ in den Schatten stellen. Doch natürlich stellen sie nicht die Hauptmotivation meiner Besuche dar. Andere benötigen einen Erholungsurlaub, um Kraft für den Alltag zu tanken – mir genügen die Potlucks, denn die Events entfalten auf meine durch die Vergangenheit stark vernarbte Seele eine unwahrscheinlich kurative Wirkung. Meinetwegen könnten sie auch in wöchentlicher Frequenz stattfinden… Zum Schluss – wie immer – noch einige Impressionen für euch:

Schaut auch gern mal bei „Fit4Fanny“ auf Facebook und Instagram vorbei. Ich freue mich über einen Besuch eurerseits 😊.

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Vegan-Challenge Woche 4: mein Resümee

 

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4 Wochen vegan – mein finales Fazit

Für knapp 1 Mio. Menschen in Deutschland stellt die vegane Ernährung eine Selbstverständlichkeit dar, für alle anderen erscheint dieser Lifestyle mehr oder weniger befremdlich und wird oft als Verzicht auf Genuss und Selbstkasteiung angesehen. Mein eigenes soziales Umfeld reagierte analog und mit konsequentem Kopfschütteln. Obwohl meine bisherigen veganen Zubereitungen allesamt die Testurteile „genial“, „superlecker“ sowie „fantastisch“ bekamen (teilweise habe ich ihnen erst nach der Verkostung mitgeteilt, dass ich die Rezepte komplett vegan zubereitet habe 😉), stehen sie dieser Ernährungsform nach wie vor sehr skeptisch gegenüber. Aber natürlich ließ ich mich davon nicht beeinflussen und hielt meine Challenge durch. Ich muss gestehen: es viel mir wesentlich leichter als ich zunächst selbst vermutet hätte. Ich habe die Zeit weder als Verzicht noch als Kasteiung angesehen – im Gegenteil! Ich konnte sehr viele neue Aspekte dazugelernen und habe fast täglich experimentiert und kreiert. Auf jeden Fall werde ich den „Test“ auch nach Ablauf meiner gesetzten Zeit fortführen, da ich im Moment (noch) keinen Appetit auf tierische Lebensmittel – seien es Fleisch, Meeresfrüchte oder auch Milchprodukte verspüre. Inwieweit mein Körper diese Produkte „einfordern“ wird, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorherzusehen. Am ehesten Appetit werde ich vermutlicherweise auf Eier entwickeln. Da wir 10 eigene Hühner besitzen, habe ich sie weich und hart gekocht oder in Form von Omeletts bzw. Frittatas sehr gern konsumiert. Darin sehe ich auch nach wie vor nichts Verwerfliches, da sie absolut artgerecht gehalten werden und so extrem auf meine Mum und mich konditioniert sind, dass sie sich sogar streicheln und auf den Arm nehmen lassen. Zukünftig könnte ich mir eine Art „veg(g)ane“ Ernährung durchaus vorstellen – also sprich: 99% vegan mit Ausnahme von Eiern. Das bleibt allerdings abzuwarten…

Subjektive Impressionen

  • Mein allererster positiver und augenscheinlichster Effekt: ich konnte nach einigen Wochen Stagnation endlich wieder ein wenig an Gewicht hinzugewinnen. Im Rahmen einer langwierigen Erkrankung, die im Juni 2015 ihren Zenit erreichte, verlor ich extrem viele Pfunde. Danach stellte ich meine Ernährung auf Clean Eating um, damit ich mein Defizit auf gesunde Weise kompensieren kann (also sprich: Gewichtszunahme v.a. in Form von Muskelmasse, die durch den Krankheitsprozess stark gelitten hat).
  • Körperlich und mental kann ich die Erfahrungen vieler Veganer bestätigen. Ich fühle mich vitaler, vigilanter, leistungsfähiger. Meine bereits seit über 7 Jahren bestehenden Schlafstörungen als Ballast meiner (oft nicht ganz so glücklich verlaufenden) Vergangenheit haben sich deutlich verbessert. Ich hätte selbst nicht mehr daran geglaubt, dass sich das Problem jemals wieder einnivellieren lässt. Allein aus diesem Grund war die Challenge für mich ein absoluter Erfolg. Dadurch habe ich ein großes Stück Lebensqualität zurückgewonnen und spüre einen Tatendrang und eine Energie wie ich sie zuletzt in meiner Kindheit erleben durfte – als sei dieser „Vergangenheits-Ballast“ einfach abgefallen.
  • Ein weiteres interessantes Phänomen: seit jeher neigten meine Nägel dazu relativ brüchig zu werden. Vor allem bei der Haus- und Gartenarbeit entstanden schnell Risse, so dass ich sie mir regelmäßig gerade feilen musste. Nach dieser Zeit fiel mir auf, dass ich meine Nägel lange nicht in Form brachte und sie relativ lang, stabil und hart wurden.
  • Ein großes Problem wurde ebenfalls relativiert: ich neigte bereits in der Vergangenheit zu sehr trockenen Augen, was sich durch das Tragen meiner Kontaktlinsen weiter manifestierte. Die Konsequenz: ich sah mich gezwungen zweimal täglich morgens und abends künstliche Tränen zu applizieren, um das sogenannte „Sandkorngefühl“ zu lindern. Die Tropffrequenz konnte ich auf einmal täglich morgens reduzieren, da ich am Abend keinerlei Probleme hatte – trotz der warmen und trockenen Heizungsluft.
  • Meine Haare, welche durch die Krankheit ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, regenerieren sich allmählich. Es fiel mir selbst gar nicht ins Auge, dass sie eine festere Struktur und gesünderes Aussehen aufweisen, aber meine Mum wies mich neulich darauf hin. Ich trug nahezu mein gesamtes Leben lange Haare von gesunder, vitaler Beschaffenheit. Allerdings trockneten sie im Rahmen der Erkrankung aus, wurden spröde und fielen mir schließlich aus, so dass ich gezwungen war sie abzuschneiden, da sich am Hinterkopf bereits kahle Areale bildeten. Glücklicherweise wurden diese laut meiner Mum „regelrecht überwuchert“ 😊.

Dennoch entsprechen die Erfahrungen natürlich nur meiner subjektiven Wahrnehmung und ich kann nicht mit Gewissheit behaupten, dass die genannten Effeke tatsächlich mit der Ernährungsumstellung korrelieren. Um das Experiment auch aus einem objektiven Gesichtspunkt betrachten zu können, ließ ich vor Beginn der Challenge im Dezember sowie Ende Januar jeweils eine Blutuntersuchung durchführen, die ich an dieser Stelle auswerten möchte:

Objektive Parameter – die Analyse meiner Blutwerte

blutanalyse

Wie unschwer erkennbar, befinden sich die meisten Werte sowohl vor als auch nach der Challenge im Normbereich (ich hatte auch nichts anderes erwartet 😃).

1. Elektrolyte und Blutfette: liegen allesamt im Optimum. Mithilfe einer vollwertigen Ernährung lassen sich diese Parameter wunderbar einnivellieren. Verwendet man als Getränk zusätzlich ein qualitativ hochwertiges Mineralwasser, dann werden die Bedarfswerte für Natrium, Kalium, Calcium, Phosphat, Magnesium oder Chlorid problemlos gedeckt.  Diesbezüglich empfehle ich euch ein Produkt mit mind. 100 mg/l Magnesium und 200 mg/l Calcium. Der Natriumgehalt hingegen sollte aufgrund der blutdruckerhöhenden Wirkung bei sensitiven Personen 150 mg/l nicht überschreiten. Als Sorgenkind kristallisierte sich in der Vergangenheit mein Eisenwert heraus. Sowohl den Ferritin-Wert (relevantester Eisenspeicher) als auch den Eisenwert selbst konnte ich stabilisieren und durch die vegane Ernährung sogar noch optimieren. Die Cholesterinwerte stellen mich ebenfalls sehr zufrieden. Allerdings hatte ich diesbezüglich noch nie Probleme.

2. Leberenzyme: ASAT, ALAT und γ-GT entsprechen ebenfalls der Norm. Darüber bin ich sehr glücklich, denn während meiner Erkrankung wurde auch die Leber sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Glücklicherweise regenerierte sich dieses lebenswichtige Entgiftungsorgan.

3. Blutglucose: ebenfalls große Erleichterung verspürte ich beim Anblick dieses Parameters. Mein Blutzucker befindet sich im Referenzbereich. Während meiner Erkrankungsperiode hatte ich stets mit einer chronischen Hypoglykämie (also starker Unterzuckerung) zu kämpfen. Glücklicherweise erforschte ich damals die Ursachen und konnte gezielt mit Hilfe der cleanen Ernährungsstrategie intervenieren. 

4. Nierenfunktionswerte: Mein GFR-Wert (ein wichtiger Parameter für die Funktionalität der Nieren), welcher vor der Ernährungsumstellung reduziert war, konnte durch die vegane Challenge verbessert werden, so dass er sich mittlerweile wieder im Normbereich befindet. Auch den Creatininwert als weiteren relevanten Messparameter konnte ich mit Hilfe der Ernährungsform optimieren.

5. Schilddrüsenparameter: Mein FT3-Schilddrüsenwert liegt unterhalb des Referenzbereiches, was meinen (noch) momentanen Untergewicht geschuldet ist. Da sich allerdings die beiden relevanteren Parameter FT4 sowie TSH basal im Normbereich befinden, sehe ich hier noch von einer Supplementierung ab. Vielmehr werde ich die Entwicklung des Wertes während meines Gewichtsaufbau-Prozesses kritisch beobachten und lieber auf iodhaltige Lebensmittel zurückgreifen. Für Veganer eignen sich hierfür z.B. ausgezeichnet Algenpräparate. Diese hatte ich zum Testen vor einiger Zeit bestellt und war trotz anfänglicher Bedenken absolut angetan. Die Meeresspaghetti von PureRaw haben mir nicht nur ausgezeichnet gemundet, sondern sie enthalten 5,8 % Iod, so dass bereits 8,6 g der getrockneten Form die Tagesdosis abdecken. Durch längeres Wässern oder Kochen wird der Gehalt allerdings deutlich reduziert.

6. Vitamine: Die meisten Vitaminwerte befinden sich im Normbereich. Einzig und allein das Vitamin D, welches sich nur sehr schwierig durch eine ausgewogene Ernährung kompensieren lässt, weist während der grauen Jahreszeit ein Defizit auf. In der Gartensaison (Frühjahr – Herbst) erreicht auch dieser Wert erfahrungsgemäß den Normbereich. Den kritischsten Parameter in der veganen Ernährung stellt nach wie vor das Vitamin B12 dar. Zur Bestimmung werden diverse Methoden angewandt. Die gängige Untersuchung wird standardmäßig als Serum-Plasma durchgeführt. Eine höhere Aussagekraft besitzt allerdings der sogenannte Holo-Transcobalamin-II-Wert (aktives Vitamin B12). Er stellt den sensibelsten und zuverlässigsten Marker für einen eventuellen Mangel dar. Dieser Wert befindet sich bei mir an der Untergrenze des Referenzbereiches, allerdings liegt noch kein Mangel vor. Der Grund: das Vitamin wird in unserem Organismus als Notreserve v.a. in der Leber gespeichert, so dass sich ein Mangel bei Veganern erst nach mehreren Monaten bis Jahren manifestieren kann. Falls ihr gern euren Status überprüfen wollt, solltet ihr explizit eurer Arztpraxis mitteilen, dass ihr einen Holo-TC-Test benötigt. Nähere Informationen wurden an dieser Stelle von der Albert-Schweitzer-Stiftung publiziert.

Im Anschluss zeige ich euch noch eine kleine Aufstellung von Lebensmitteln, mit deren Hilfe ihr eure Vitaminversorgung in der veganen Ernährung sicherstellen könnt, in Form einer kleinen „Hitliste“:

  • Vitamin A: Möhren, Löwenzahnblätter, Petersilie, Grünkohl, Kresse
  • Vitamin C: Hagebutte, Sanddorn, Johannisbeeren, Paprika, Meerrettich, Rosenkohl
  • Vitamin D: Grapefruit, Morchel, Steinpilze, Champignons, Avocado
  • Vitamin E: Hagebutte, Sanddorn, Heidelbeeren, Paprika, Wirsing, Spargel
  • Vitamin K: Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Fenchel, Schnittlauch, Kresse
  • Vitamin B1: Sonnenblumenkerne, Paranüsse, Pecannüsse, Sesam, Mohn
  • Vitamin B2: Mandeln, Champignons, Kürbiskerne, Haselnüsse
  • Niacin (Vitamin B3): Erdnüsse, Pfifferlinge, Naturreis, Sesam, Champignons
  • Pyridoxin (Vitamin B6): Sojabohnen, Walnüsse, Linsen, Kichererbsen, Erdnüsse
  • Folsäure: Kichererbsen, Sojabohnen, Grünkohl, Rosenkohl, Linsen 
  • Sonderfall Vitamin B12: leider kann dieses Vitamin nicht ausreichend mit Hilfe einer veganen Ernährung gedeckt werden. Man findet es zwar in Fermentationsprodukten oder Algen, allerdings existieren momentan keine klinisch validen Studien, die tatsächlich belegen können, dass unser Körper es in relevanten Mengen verwerten kann. Alternativ werden Zahncremes angeboten, die mit B12 angereichert werden. Deshalb ist es essentiell, dass der Status regelmäßig überprüft wird. Wichtig: dabei solltet ihr unbedingt den oben erwähnten „Holo-TC-Wert“ messen lassen.

Nähere Infos über die für uns essentiellen Mikronährstoffe inklusive empfohlener Tagesdosen, Symptome bei Über- und Unterdosierung sowie relevanter Funktionen findet ihr hier.

Falls euch Fragen zur Durchführung von Blutuntersuchungen auf der Seele brennen oder ihr Hilfe bei der Auswertung eures Blutbildes benötigt, dann postet mir euer Anliegen in den Kommis oder schreibt mir eine Nachricht. Gern erläutere ich euch ausführlich die Bedeutung der einzelnen Parameter und helfe euch, eventuelle Abweichungen zu interpretieren.

Einige Rezeptinspirationen mit Hilfe eines ganz besonderen Küchenutensils:

Last but not least präsentiere ich euch noch einige sehr spannende Kreationen. Der Rohkostpotluck in Leipzig in der vorherigen Woche lieferte mir erneut viele großartige Impressionen und Inspirationen, so dass ich mich entschloss, mein Küchenrepertoire zu erweitern: dank der lieben Hilfe von YouTuberin Silke bereichern ab letzter Woche der kleine Vitamix S30 sowie das Revodry Dörrgerät meine Küche. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen und bereitete mir jeden Tag einige rohvegane Kreationen mit meinen neuen Küchenhelfern zu. Dabei entstanden u.a. die folgenden cleanen und gesunden Köstlichkeiten, die aus sehr einfachen Zutaten bestehen (ihr benötigt nur frisches oder tiefgekühltes Obst und ggf. Gewürze) und dennoch absolut delikat schmecken. Des Weiteren lassen sie sich ganz unkompliziert herstellen: 

1. Bananenchips:

Zutaten für ca. 40 Stück:

  • 2 überreife Bananen

Zubereitung:

  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Bananen in gleichmäßige dünne Scheiben schneiden und auf Dörrgitter mit Folie auflegen
  • im Dörrgerät ca. 7-8 Stunden bei 40°C trocknen lassen (nach 6 Stunden Folie entfernen, wenden und direkt auf Gitterrost zu Ende trocknen)

2. Bananencrêpes:

Zutaten für 2 Stück:

  • 2 überreife Bananen

Zubereitung:

  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Bananen mit Gabel zermusen
  • Masse auf Dörrfolie geben, mit Teigschaber gleichmäßig verteilen und 2 runde Crêpes modellieren
  • im Dörrgerät ca. 8-9 Stunden bei 40°C trocknen lassen (nach 7 Stunden Folie entfernen, wenden und direkt auf Gitterrost zu Ende trocknen)

3. Bananen-Zimt-Fruchtleder:

Zutaten für ca. 20 Stück:

  • 2 überreife Bananen
  • Zimt nach Geschmack

Zubereitung:

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Bananen-Zimt-Fruchtleder

  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Bananen mit Gabel zermusen und mit Zimt vermischen
  • Masse auf Dörrgitter mit Folie gießen und mit Palette gleichmäßig verteilen
  • im Dörrgerät ca. 8-9 Stunden bei 40°C trocknen lassen (nach 7 Stunden Folie entfernen, wenden und direkt auf Gitterrost zu Ende trocknen), so dass eine feste, schnittfähige Masse entsteht
  • alles mit Schere oder Pizzarädchen in Streifen schneiden und einrollen

4. Kirsch-Fruchtleder:

Zutaten für ca. 10 Stück:

  • 200 g (TK)-Kirschen

Zubereitung:

  • Kirschen ggf. antauen lassen und im Standmixer zu Mus pürieren
  • nachfolgende Schritte analog zu Bananen-Zimt-Fruchtleder

5. Paprika-Chia-Chips:

Zutaten für ca. 10 Stück:

  • 1 Paprika
  • 1 TL Chiasamen
  • Salz nach Geschmack

Zubereitung:

  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Paprika waschen, Schoten halbieren, Kerne sowie weiße Innenhäutchen entfernen, fein würfeln und mit Salz sowie Chiasamen im Hochleistungsmixer fein pürieren
  • Masse mit Esslöffel auf Dörrgitter mit Folie geben, gleichmäßig verteilen und ca. 8-9 Stunden bei 40°C trocknen lassen (nach 6 Stunden von Folie lösen, wenden und direkt auf Gitterrost zu Ende trocknen)

6. Apfelringe:

Zutaten für ca. 20 Stück:

  • 1 mittelgroßer Apfel
  • ggf. Zimt nach Geschmack

Zubereitung:

  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Apfel waschen, mit Ausstecher entkernen, in ca. 1-2 cm dünne Ringe schneiden und ggf. mit Zimt bestäuben
  • im Dörrgerät ca. 4-5 Stunden bei 40°C trocknen lassen (nach 3 Stunden Folie entfernen, wenden und direkt auf Gitterrost zu Ende trocknen)

Natürlich könnt ihr diese köstlichen Snacks auch im normalen Umluftofen zubereiten. Auf diese Weise produzierte ich bereits in der Vergangenheit Fruchtchips und Fruchtleder. Es funktioniert einwandfrei, allerdings spricht der extrem hohe Energieverbrauch gegen eine regelmäßige Durchführung. Nicht gerade im Sinn der Nachhaltigkeit. Alternativ müssten die Zubereitungen laut Internet auch auf der Heizung gut durchtrocknen. Allerdings habe ich diese Methode bisher noch nicht getestet. Entscheidet selbst, ob die Anschaffung eines Dörrgerätes in euren Augen lohnenswert erscheint. Es eignet sich nicht nur für Rohköstler ausgezeichnet (ich selbst ernähre mich auch nicht 100% roh). Ihr könnt mit dessen Hilfe gesunde und einfache Snacks zubereiten, die nicht nur euren Körper ausreichend Power verleihen, sondern sich auch perfekt für eine cleane und fitnessbasierte Ernährung eignen. Weitere Vorteile in meinen Augen: viele wichtige Inhaltsstoffe bleiben durch die Methode erhalten und auch der Verlust des thermolabilen Vitamin C lässt sich auf diese Weise reduzieren. Falls euch im Sommer frische Beeren zur Verfügung stehen, die genau dieses Powervitamin enthalten, lassen sie sich in Form von Fruchtleder perfekt konservieren. Ihr könnt weiterhin auch Wildgrün und Kräuter dörren, um euch so einen Vorrat für den Winter anzulegen oder sie in Teemischungen zu integrieren. Für den Sommer habe ich mir auf jeden Fall vorgenommen getrocknete Tomaten herzustellen, da ich sie für mein Leben gern verzehre. Bisher habe ich aus unseren garteneigenen frischen Sorten nur zweimal den Versuch im Backofen unternommen, da mir der Energieaufwand einfach zu immens erschien. In naher Zukunft werde ich sowohl Vitamix als auch Revodry sehr intensiv in meinen Küchenalltag integrieren und auch einige „fortgeschrittenere“ Rezeptinspirationen zubereiten. Ich halte euch auf dem Laufenden 😃… 

Und weiter…?

Was meine Zukunft ernährungstechnisch bringen wird, vermag ich an dieser Stelle nicht vorherzusehen. Allerdings wäre für mich eine clean-veg(g)ane Ernährung mit einem hohen rohköstlichen Anteil absolut denkbar – zumal die neue Gartensaison bald eingeläutet wird und mir sehr viel frisches eigenes Gemüse und Obst sowie Kräuter und Sprossen zur Verfügung stehen wird. Die Zeit wird mir die entsprechenden Antworten liefern…

Falls ihr Fragen bezüglich jeglicher Art von Ernährungsumstellungen loswerden möchtet oder auch noch einige wichtige (vegane) Tipps und Inspirationen für mich parat habt, dann postet mir gern alles in den Kommis oder schreibt mir eine Nachricht. Ich freue mich auf einen Erfahrungsaustausch mit euch 😀.

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Kleine Dankeschön-VERLOSUNG anlässlich meiner neuen Facebook-Seite „Fit4Fanny“

Mein Lieben,

lange haderte ich mit den Gedanken mich überhaupt bei Facebook anzumelden, doch letzten Endes wurde ich dann doch von einigen Potluck-Freunden überzeugt. Seit ein paar Wochen nehme ich also bereits privat aktiv am sozialen Netzwerk teil. Soeben habe ich auch die Facebook-Seite meines kleinen Blogs „Fit4Fanny“ finalisiert, so dass sie zum heutigen Tag – den 02.02.2017 – ihre Onlinepräsenz startet.

Anlässlich dieser neuen und spannenden Premiere möchte ich eine kleine Verlosung initiieren. Der Gewinn: ein Kitchenaid Artisan Standmixer inklusive Zubehör (s. Foto).

kitchenaid-verlosung

Dieses Gewinnspiel wird dabei in keinster Weise von Kitchenaid gesponsert. Vielmehr wurde mir dieser Blender von meiner Familie letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt. Allerdings habe ich ihn bisher sehr selten eingesetzt, so dass er sich in einem ausgezeichneten Zustand befindet. Anstatt ihn – wie ursprünglich geplant – zu verkaufen, möchte ich den Mixer lieber an EUCH verlosen als gleichzeitiges DANKESCHÖN für euer Interesse an meinem Blog sowie euer konstruktives und inspirierendes Feedback.

Wie könnt ihr teilnehmen? Indem ihr als Leser meines Blog sowie meiner neuen Facebook-Seite unten in den Kommis ODER direkt auf Facebook bei „Fit4Fanny“ folgende 3 Fragen beantwortet:

  • Welche künftigen Aspekte in den Bereichen Ernährungstipps, Gesundheit, Selbstversorgung, Rezepte würdet ihr gern thematisiert haben? Bitte mit Begründung!
  • Welche bisherigen Themen, Tipps oder Rezepte haben euch am meisten interessiert bzw. gefallen und weshalb?
  • Warum soll dieser Küchenhelfer gerade in euren Haushalt Einzug halten?

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist leider nicht möglich. Teilnahme und Versand nur innerhalb Deutschlands.

Die Verlosung startet ab dem heutigen Tag und endet zum 24.03.2017 um 18.00 Uhr. Den Gewinner/ die Gewinnerin ermittle und informiere ich dann innerhalb der nächsten drei Tage. 

Ich drücke allen Teilnehmenden ganz doll die Daumen und wünsche euch sehr viel Glück 🍀. Toi toi toi ⭐️!!!

LG Eure Fanny 🌻

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Willkommen an Board – eine kleine Reise in meine Wildgrün- und Gewürzwelt Part 4

Allmählich gelangen wir zum Abschluss unserer Reise. Nachdem wir bereits Sprossen, Wildgrün und Gartenkräuter kennenlernen durften, endet unser kleiner virtueller Ausflug inmitten meines Gewürzvorrats

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Neben den obligatorischen Salz- und Pfefferstreuer sowie Oregano, Thymian und Rosmarin, welche uns bereits im 3. Teil bei den frischen Gartenkräutern über den Weg liefen, verwende ich noch folgende Gewürze im getrockneten Zustand, welche ich dann hauptsächlich für gekochte bzw. gebackene (Haupt)-Speisen zum Einsatz bringe:

Chilipulver

chilli

  • Botanik: Die Chilipflanze gehört zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse). Das Pulver wird aus den getrockneten und fein gemahlenen Schoten gewonnen. Je nach verwendeter Ausgangssorte werden unterschiedliche Scoville-Werte erreicht – von relativ mild (z.B. Anaheim) bis feurig-scharf (z.B. Carolina Reaper).
  • Inhaltsstoffe: Vitamine (C, E), ätherische Öle, Carotinoide, Alkaloide (Capsaicin), Flavonoide (Hesperidin, Rutin)
  • Verwendung: Während ich die Chilipflanze dank meiner Mum und Gartenparterin erst seit letzter Saison schätzen lernte, verwende ich das Pulver von Beginn an – allerdings zunächst nur in sparsamen Dosen, da ich auf Schärfe stets sehr empfindlich reagierte. Durch die cleane Ernährungsumstellung allerdings wurde mein Geschmack gereinigt und mein Körper regelrecht „entzuckert“, so dass ich mittlerweile sehr gern scharfe und würzige Speisen zu mir nehme. Vorzugsweise verwende ich das Gewürz für Currys, Pasta- und Reisgerichte bzw. arbeite es auch von Zeit zu Zeit gern in den Teig meiner veganen Chia-Leinsamen-Vollkornbrötchen ein. Ein weiterer, sehr beliebter und aktueller Trend: Chili-Schokolade (allerdings konnte ich damit noch keine Erfahrungen sammeln).
  • Wirkungen: Die Carotinoide besitzen antioxidative Eigenschaften, wirken als Radikalfänger, schützen unsere Körperzellen und stärken gleichzeitig das Immunsystem. Der Scharfstoff Capsaicin erweitert die Gefäße, fördert die Durchblutung und wärmt von innen (also perfekt für mich als Dauer-Frostbeule 😄). Extern angewendet trägt es z.B. in Form von Pflastern zur Schmerzlinderung bei.

Currypulver

curry

  • Botanik: Eine Currypflanze aus der das Pulver gewonnen werden könnte, existiert in dem Sinn nicht. Vielmehr stellt Curry eine Gewürzkombi aus vielen unterschiedlichen Ingredienzien dar, die ursprünglich in Indien beheimatet ist. Die Farbe wird bestimmt durch den Anteil an Kurkuma (Gelbwurz), welche zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse) gehört.
  • Inhaltsstoffe: Curry kann über 30 verschiedene Bestandteile enthalten. Dementsprechend werden euch unzählige Zusammensetzungen über den Weg laufen. Jede indische Familie besitzt ihr individuelles (und oft streng gehütetes) Geheimrezept. Als typische Currybestandteile gelten z.B. Kurkuma, Chili, Pfeffer, Kardamom, Koriander, Nelke, Ingwer, Zimt, Muskat, Kreuzkümmel…
  • Verwendung: Curry zählt zu meinen absoluten Gewürz-Favorits und kommt dementsprechend ubiquitär zum Einsatz – ob in Gemüsepfannen, in Form von fruchtigen Saucen, in Reis-, Pasta-, Kartoffel- oder Quinoagerichten – ein absolutes Must Have für mich. Dabei spielt die kulinarische Richtung bei mir nur eine untergeordnete Rolle (egal ob ich mediterrane, asiatische oder karibische Speisen zubereite, Curry ist eine obligate Zutat). Doch ich beschränke das Anwendungsgebiet nicht nur auf gekochte Speisen: in meinen cleanen Curry-Dinkel-Buns stellt es eine der Hauptzutaten dar.
  • Wirkungen: Die gute Nachricht – Curry dient nicht nur als absoluter Allrounder in der Küche. Es besitzt auch viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. So wirkt es u.a. verdauungsfördernd, antientzündlich und trägt zur Stabilisierung des Cholesterinspiegels bei. Ein weiterer interessanter Aspekt: nach neuesten klinischen Erkenntnissen scheint Curry positive Effekte in der Krebstherapie aufzuweisen, indem es die Metastasierung hemmt und gleichzeitig das Tumorwachstum eindämmt.

Ingwer

ingwer

  • Botanik: Ingwer gehört zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse).
  • Inhaltsstoffe: Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Phosphor, Scharfstoffe (Gingerol), ätherisches Öl, Harzsäuren
  • Verwendung: Ebenfalls eines meiner absoluten Lieblinge, wenn ich meinen Speisen eine exotische Note verleihen möchte. Das asiatische Kraut findet bei mir in gemahlener Form der getrockneten Wurzeln Anwendung in Reisgerichten und Currys, meine Mum würzt ab und zu ihre Suppen oder Tees.
  • kurative Wirkungen: Diese kleine unscheinbare Knolle liefert mehr als nur ein scharfes pikantes Aroma. Die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung ist auf den Scharfstoff Gingerol zurückzuführen. Hauptsächlich angewendet wird Ingwer gegen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen und Koliken. In Form von Ingwertee verschafft die Knolle Linderung bei Erkältungen, Husten und Atemwegskatarrhen.

Majoran

majoran

  • Botanik: Majoran gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler).
  • Inhaltsstoffe: Kalium, Calcium, Magnesium, Vitamine (A, C), ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide
  • Verwendung: Majoran lässt sich extrem schwer im Garten kultivieren. Leider waren meine bisherigen Versuche dementsprechend von geringen Erfolgen gekrönt, so dass es mir nur im getrockneten Zustand in pharmazeutischer Bio-Qualität zur Verfügung steht. Ich verwende es hauptsächlich zum Aromatisieren meiner mediterranen Gemüse- oder Pastagerichte. Weiterhin dient es mir als Bestandteil meines Pizzagewürzes. Bekannt und verbreitet ist Majoran v.a. in der Wurstherstellung.
  • kurative Wirkungen: Aufgrund seiner enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe wird der Majoran hauptsächlich bei Appetitlosigkeit, Durchfall und Blähungen angewendet.

Muskatnuss

muskat

  • Botanik: Bei der Muskatnuss handelt es sich um die getrocknete Frucht des Muskatbaumes. Dieser gehört zur Familie der Myristicaceae (Muskatnussgewächse).
  • Inhaltsstoffe: Kalium, Calcium, Magnesium, Vitamine (A, C), ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide
  • Verwendung: Muskat gehört bei mir zu diversen Kartoffelzubereitungen wie Bonnie zu Clyde. Ob in Pürees, Ofenkartoffeln, Bratkartoffeln, Currys oder Wedges – dieses Traumduo harmoniert perfekt. Auch bei Kürbis-, Süßkartoffel- und Spinatzubereitungen spielt das Gewürz eine entscheidende Rolle. Selbst in süßen Gebäcken findet es bei mir Anwendung – entweder als Monosubstanz in Cookies bzw. Muffins oder in Form von Gewürzmischungen wie z.B. im Lebkuchen-und Spekulatiusgewürz.
  • kurative Wirkungen: Traditionell wird die Muskatnuss bzw. das enthaltene Muskatöl bei Blähungen und Verdauungsproblemen, allerdings auch zur Bekämpfung rheumatischer Erkrankungen sowie Atemwegsbeschwerden angewendet.

Nelken

nelken

  • Botanik: Bei den Gewürznelken handelt es sich um die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes. Er gehört zur Familie der Myrtaceae (Myrtengewächse).
  • Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide
  • Verwendung: Im Handel werden sowohl die getrockneten Knospen als auch die gemahlene Pulverform angeboten. Ich verwende Nelken bevorzugt als Bestandteil meiner Gewürzmischungen für Lebkuchen und Spekulatius sowie im clean-veganen Apfelrotkohl. In der Profi-Gastronomie werden Nelken v.a. in Wild- und Schmorbraten, aber auch in Desserts eingesetzt.
  • kurative Wirkungen: Als wirksamkeitsbestimmende Komponenten werden v.a. die ätherische Öle verwendet. Aufgrund ihrer spasmolytischen, antimikrobiellen, schmerzstillenden und beruhigenden Wirkungen finden sie v.a. bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Schleimhautentzündung Anwendung. Der Gewürznelkenbaum wurde 2010 zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

Paprikapulver

paprika

  • Botanik: Die Paprika gehört zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse).
  • Inhaltsstoffe: Kalium, Calcium, Zink, Magnesium, Vitamine (C, E), Carotinoide, Flavonoide
  • Verwendung: Im Handel werden sowohl die Varianten „edelsüß“ als auch „rosenscharf“ angeboten. Ich verwende vorzugsweise die dunklere, milde Version mit ihrem lieblich-süßen Geschmack. Ob in Woks, Pastagerichten oder Veggie-Currys – dieses Gewürz wird immer pauschal hinzugefügt. Auch in meinen Curry-Dinkel-Buns stellt es eine obligate Zutat dar.
  • kurative Wirkungen: Sowohl die Flavonoide als auch die Carotinoide besitzen antioxidative Eigenschaften, wirken als Radikalfänger, schützen unsere Körperzellen und stärken gleichzeitig das Immunsystem. Weiterhin regt die Paprika unseren Appetit an und unterstützt die Arteriosklerose-Prophylaxe, in dem die Fließfähigkeit des Blutes verbessert wird.

Vanille

vanille

  • Botanik: Das Gewürz „Vanille“ wird u.a. aus den fermentierten Schoten der „Echten Vanille“ oder „Tahiti-Vanille“gewonnen. Diese gehören zur Familie der Orchidaceae
    (Knabenkrautgewächse).
  • Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Vanillin, Vanillinsäure, Gerbstoffe, Schleimstoffe 
  • Verwendung:  Die „Königin der Gewürze“ besitzt ein ganz besonderes, unvergleichliches Flavor. Durch ihren speziellen und intensiv würzig-süßen Geschmack ist sie natürlich prädestiniert zur Verwendung in Desserts, Drinks und Backwaren. Egal ob in Muffins, Kuchen, Torten, Cookies oder auch als besondere Verfeinerung meines morgentlichen Müslis – Vanille gehört definitiv zu meinen absoluten Favorits. Backen ohne dieses geniale Gewürz wäre für mich undenkbar. Ich verwende sie hauptsächlich in gemahlener Form und beziehe sie aus dem Bioladen meines Vertrauens. Bitte meidet das chemisch erzeugte „Vanillin“. Auch Vanillezucker finde ich persönlich überflüssig. Das Aroma eurer Backwaren wird nur komplettiert durch die Verwendung des Originals. 
  • kurative Wirkungen: Bereits bei den Azteken im alten Mexiko wurde die Vanille als Heilpflanze eingesetzt. Sie wirkt nicht nur aphrodisierend 😊 und stimmungsaufhellend, sondern gleichzeitig auch verdauungsfördernd, muskelstärkend und entzündungshemmend.

Zimtpulver

zimt

  • Botanik: Der „Echte Zimt“ wird aus der Rinde des Ceylon-Zimtbaums gewonnen. Dazu wird sie fermentiert und schichtweise zusammengerollt. Zimt gehört zur Familie der Lauraceae (Lorbeergewächse).
  • Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Hauptbestandteile: Zimtaldehyd, Eugenol), Schleimstoffe, Gerbstoffe, Cave: Cumarin! 
  • Verwendung:  Die Weihnachtsbäckerei ohne Zimt? Absolut undenkbar! Allerdings wäre es sehr schade den genialen Allrounder nur auf dieses Anwendungsgebiet zu reduzieren. Als absoluter Zimt-Junkie wird das Gewürz mit dezenter süßlicher Note bei mir ubiquitär eingesetzt. Ob als Zutat im Apfelkompott, in sämtlichen Muffin- und Cookierezepten, im morgentlichen Müsli bis hin zu Desserts oder auch in Currys: Zimt ist obligat. Da ich aufgrund meiner cleanen Ernährung relativ „entzuckert“ bin, reicht mir seine natürlich enthaltene Süße zur Verfeinerung von Desserts in Kombi mit Früchten wie Bananen, Datteln, Beeren oder Äpfeln völlig aus, so dass ich Zimt meist anstelle eines Süßstoffes zufüge. Wichtig: verwendet nach Möglichkeit den helleren Ceylon-Zimt. Dieser enthält nicht nur wesentlich weniger leberschädigendes Cumarin als sein preisgünstigeres Pendant, der Cassia-Zimt, auch der Gehalt an wertvollen Aromastoffen ist deutlich ausgeprägter.
  • kurative Wirkungen: In der ayurvedischen Medizin wird Zimt aufgrund seiner durchblutungsfördernden Wirkung als interner Wärmespender für den Körper eingesetzt (wahrscheinlich stammt daher meine Zimt-Passion 😉). Weiterhin trägt er dadurch zur Stabilisierung des Kreislaufes bei. Die Zimtöle kurbeln unsere Verdauung an und stärken den Magen-Darm-Trakt. Aktuelle klinische Studien belegen, dass Zimt die Triglyceride sowie den Blutzuckerspiegel positiv beeinflusst.

Damit sind wir am Ende unserer kleinen Reise durch meinen Wildgrün-und Gewürzvorrat angelangt. Eine Ernährung ohne diese bereichernden Nährstoffbomben ist für mich nicht mehr vorstellbar. Somit wird jeglicher Geschmacksverstärker sowie künstliches Aroma komplett überflüssig. Durch den Verzehr von Wildgrün und natürlichen Gewürzen werden nicht nur die Geschmacksnerven gereinigt und geschärft; auch die Abkehr vom Kristallzucker wurde mir erheblich erleichtert. Prinzipiell existieren in meiner Welt keine Unkräuter, sondern nur Beikräuter 🙂. Das Wildgrün solltet ihr am besten frisch und roh verzehren, denn so gewährleistet ihr die höchstmögliche Nährstoffdichte an wertvollen Inhaltsstoffen.

Seid ihr an weiteren Grünkräutern interessiert? Dann schaut euch gern die Beiträge über Wildgrün, Sprossen und Gartenkräuter an. Mit relevanten Infos bzgl. Vitaminen und Mineralstoffen könnt ihr euch in diesem Artikel versorgen.

Postet mir gern in den Kommis, welche Sorten Wildgrün, Sprossen und Gewürze ihr am liebsten verwendet. Woher bezieht ihr eure Saaten bzw. mit welchen Herstellern konntet ihr bisher positive Erfahrungen sammeln? Ich bin mir sicher, dass ihr für mich noch den einen oder anderen Tipp parat habt.

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Willkommen an Board – eine kleine Reise in meine Wildgrün- und Gewürzwelt Part 3

Wir befinden uns nach wie vor inmitten unserer kleinen Reiseroute und haben mittlerweile den 3. Abschnitt erreicht, in welchem uns die frischen Kulturkräuter über den Weg laufen. Wir bauen sie entweder im Gewächshaus oder auf unseren speziellen dafür vorgesehenen Beeten im Garten an bzw. kultiviere ich sie mir im Winter auch auf der Fensterbank.

Basilikum

basilikum

  • Botanik: Basilikum gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Bestandteile: Linalool, Estragol, Eugenol), Flavonoide, Gerbstoffe, Terpene
  • Verwendung: Dieses mediterrane Wunderkraut gehört zu meinen absoluten Favorits. Egal ob als Einlage in Saucen, Dips, Salaten, Pastagerichten, als Pizzabelag oder einfach in Kombination mit frischen Tomaten zur Brotzeit – Basilikum ist in meiner Küche ein absolutes Must Have. Ich verwende sowohl die Blätter als auch die Stängel. Letztere weisen ein besonders intensives Aroma auf. Leider war meine eigene Aussaat auf der Fensterbank mit Hilfe von Saatscheiben bisher nur von mäßigen Erfolgen gekrönt. Am besten gelang mir die Kultivierung im Sommer direkt in Töpfen in unserem Garten-Gewächshaus, aber im Winter in meiner Küche entwickelt es sich leider nur sehr spärlich. Ansonsten beziehe ich das Kraut aus dem Bioladen meines Vertrauens.
  • kurative Wirkungen: Die im Basilikum enthaltenen Gerbstoffe kurbeln unseren Stoffwechsel an. Weiterhin wirkt es durch sein ätherisches Öl bei entzündlichen Darmerkrankungen, Arthrose sowie Allergien.

Dill

dill

  • Botanik: Dill gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Carvon, Limonen, Monoterpene, Kalium, Calcium, Natrium
  • Verwendung: Dill habe ich früher (während meiner flexitarischen Zeit) als idealen Kombipartner für Meeresfrüchte und Fischgerichte verwendet. Meine Mum richtet ihren klassischen Gurkensalat mit Dill an. Mittlerweile aromatisiere ich mit diesem Kraut meine Brotaufstriche und kombiniere es sehr gern zu Meeresalgen. Auch zum Einlegen unserer Gurken wird es zum Einsatz gebracht. Dill wächst wild an diversen Stellen im Garten und lässt sich hervorragend einfrosten.
  • kurative Wirkungen: Das Kraut enthält ätherische Öle, die bei Appetitlosigkeit Verwendung finden. In Form von Tees lassen sich Magenprobleme und Blähungen behandeln. Auch Menstruationsbeschwerden können durch Dill verbessert werden.

Koriander

koriander

  • Botanik: Koriander gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Linalool, Limonen, Borneol, fette Öle, Proteine, Vitamin C, Gerbstoffe
  • Verwendung: Koriander – kein anderes Kraut polarisiert so sehr wie dieses. Entweder man liebt es oder man hasst es. Ich gehöre definitiv zur ersten Kategorie. Seit mir im letzten Jahr dank unseres Gewächshauses die Kultivierung geglückt ist, wird es in meiner Küche universell verwendet (aufgrund seines asiatischen Flavors v.a. natürlich in Reisgerichten, Woks oder Currys), allerdings auch in Salaten, Dips und Brotaufstrichen. Als Vorrat für den Winter froste ich Koriander fein gehackt ein. Das Aroma bleibt dabei komplett erhalten. 
  • kurative Wirkungen: Nicht nur Personen mit Verdauungsproblemen wie Durchfall, Reizdarm oder Blähungen profitieren von der heilsamen Wirkung des „Coriandrum sativum“, auch bei rheumtaischen Entzündungen verschafft das Kraut Linderung. Beliebt ist auch der Einsatz im Rahmen von Entgiftungskuren. Korianderöl wirkt als „pflanzliches Antibiotikum“ gegen Keime wie Bakterien und Pilze, indem es dessen Wachstum hemmt. 

Liebstöckel

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  • Botanik: Liebstöckel gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Angelikasäure, Carvon, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harze, Campher
  • Verwendung: Das berühmte „Maggikraut“ als eines unserer bekanntesten und verbreitetsten Würzkräuter kultiviere ich auf unseren Beeten im Garten. Ich verwende es vielfältig zum Würzen diverser Currys, Reis- oder Pastagerichte. Meine Mum nutzt es zum Aufpeppen ihrer Suppen. Auch Liebstöckel lässt sich ausgezeichnet einfrosten, ohne dass er sein Aroma einbüßt.
  • kurative Wirkungen: „Levisticum officinalis“ wurde bereits in der Antike als Heil- und Würzpflanze angewendet. Traditionell wird das Kraut aufgrund seiner appetitanregenden und verdauungsfördernden Wirkungen v.a. bei Magen-Darm-Erkrankungen zum Einsatz gebracht.

Minze

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  • Botanik: Die Minze gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Bestandteile: Menthol, Carvon, Limonen), Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide
  • Verwendung: Neben ihren ästhetischen Erscheinungsbild besitzt die Minze einen wunderbar aromatischen Geschmack, welcher sich sehr gut zum Aufpeppen von Desserts eignet. Ich kombiniere sie allerdings auch sehr gern zu gedämpften Basmatireis. Meine Mum verwendet sie weiterhin zum Verfeinern ihres Tees. Aufgrund ihres intensives Duftes pflanzen wir das Kraut in die Nähe unserer Kohlpflanzen. Auf diese natürliche Art und Weise hält es uns den gefräßigen Kohlweißling vom Gemüse fern. Bei erfolgreicher Ernte froste ich die überschüssige Minze ebenfalls sehr gern ein. Allerdings lässt sie sich auch ausgezeichnet trocknen.
  • kurative Wirkungen: Aufgrund des hohen Menthol-Anteils wirkt „Mentha piperita“ u.a. antibakteriell, krampflösend und schmerzstillend, so dass der Extrakt zur Inhalation bei Atemwegserkrankungen Anwendung findet. Das ätherische Öl mit seinen blähungslindernden Eigenschaften wirkt positiv bei Gallenblasenbeschwerden. Extern auf die Schläfen aufgetragen lindert die Minze aufgrund ihrer kühlenden Wirkung Kopfschmerzen. 2004 wurde das aromatische, ästhetische Kraut als Arzneipflanze des Jahres ausgezeichnet.

Oregano

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  • Botanik: Oregano gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Bestandteile: Thymol, Carvacrol, p-Cymol), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Vitamin C
  • Verwendung: Dieser typische Bestandteil jeder mediterranen Gewürzmischung zählt zu den absoluten Must Haves in meiner Küche. Es befindet sich zusammen mit Thymian, Liebstöckel und Rosmarin auf einem unserer Kräuterbeete. Ob als Zutat in Pastagerichten oder Saucen, als Bestandteil meines Pizzagewürzes und in Nudelsalaten – überall liefert das würzig-pikante Kraut mit seinem leicht bitteren Aroma die besondere mediterrane Geschmacksnuance. Oregano lässt sich sowohl einfrosten als auch trocknen, da er auf diese Weise sein Aroma intensiviert.  
  • kurative Wirkungen: Volksheilkundlich wird das Kraut aufgrund seiner verdauungsfördernden, antibakteriellen sowie appetitanregenden Eigenschaften bereits seit der Antike zum Einsatz gebracht. Externe Anwendung bei Juckreiz findet es als „Oreganobad“. 

Petersilie

petersilie

  • Botanik: Petersilie gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Apiol, Myristicin, Vitamine (A, C, E), Beta-Carotin, Kalium, Zink, Eisen, Mangan
  • Verwendung: Aufgrund seines intensiv würzigen Geschmacks verwende ich das Kraut sehr gern in Salaten, Saucen oder Dips. Auch als Kombipartner zu Salzkartoffeln eignet es sich ausgezeichnet. Meine Mum peppt mit Petersilie ihre Suppen und Eintöpfe auf. Während die Pflanzen auf einem unserer Kräuterbeete bisher nur mäßige Ernteerträge einbrachten, war die Aussaat im Gewächshaus umso erfolgreicher. Zur Anwendung werden bei uns sowohl die Blätter als auch die aromatischen Stiele gebracht. Auch Petersilie könnt ihr problemlos eingefrosten.
  • kurative Wirkungen: Sie wirkt v.a. harntreibend, entwässernd aber auch blutreinigend und wird daher in der Alternativmedizin zur Durchspülung der ableitenden Harnwege angewendet.

Rosmarin

rosmarin

  • Botanik: Rosmarin gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Thymol, Verbanol, Rosmarinsäure, Gerbsäure, Campher
  • Verwendung: Aufgrund seines harzigen, leicht bitteren Geschmacks passt Rosmarin nicht nur hervorragend in mediterrane Speisen (z.B. Pizzen oder Pastasaucen), sondern auch zu klassischen Salzkartoffeln. Meine Mum verwendet es zusätzlich in Salaten und Suppen. Rosmarin befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Oregano auf einem unserer Kräuterbeete. Leider war unser kleines Sträußchen in dieser Saison nicht ganz so ertragreich wie in den vergangenen Jahren. Als Wintervorrat verwende ich Rosmarin sehr gern in getrockneter Form, da er auf diese Weise sein Aroma intensiviert.
  • kurative Wirkungen: „Rosmarinus officinalis“ besitzt mannigfaltige Heilwirkungen (z.B. schmerzstillend, antibakteriell, beruhigend und krampflösend) und wurde aufgrund dessen zur Heilpflanze des Jahres 2011 gekürt.

Schnittlauch

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  • Botanik: Schnittlauch gehört zur Familie der Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamine (A, B1, B2, B6, C), Senföle, Saponine, Ballaststoffe, Kalium, Phosphat, Eisen
  • Verwendung: Den kompletten Sommer über verwende ich Schnittlauch als Würzkraut auf mein abendliches Brot oder verfeinere Dips, Salate und Saucen. Meine Mum kombiniert es sehr gern mit einem hartgekochten Ei. Schnittlauch besitzt ein komplett eigenes Kräuterbeet in unserem Garten, da er sowohl bei ihr als auch bei mir zu den Favorits gehört. Auch dieses Kraut eignet sich prinzipiell zum Einfrosten, allerdings verliert er dadurch seine Festigkeit. Das unvergleichliche Aroma bleibt dennoch erhalten.
  • kurative Wirkungen: Die Senföle besitzen neben ihrer positiven Wirkung auf den Verdauungstrakt antibakerielle, schleimlösende und blutreinigende Effekte, die allerdings geringer ausgeprägt sind als beim Knoblauch.

Thymian

thymian

  • Botanik: Thymian gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler).
  • wertvolle Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Bestandteile: Thymol, Carvacrol, Campher, Menthon), Gerbstoffe, Saponine, Zink
  • Verwendung: Thymian schmeckt pfeffrig und pikant. Im Garten kultivieren wir neben der klassischen Variante auch Zitronenthymian, der den Speisen eine zusätzliche frische Note verleiht. Ich kombiniere es sehr gern zu Pilzgerichten. Auch als Zutat in Pastagerichten sowie als Bestandteil meines Pizzagewürzes findet Thymian Verwendung. Er kann sowohl eingefrostet als auch getrocknet werden. Auf diese Weise wird das Aroma intensiviert.
  • kurative Wirkungen: „Thymus vulgaris“ wurde aufgrund seiner zahlreichen Anwendungsgebiete zur Arzneipflanze des Jahres 2006 gekürt. Bereits bei Hildegard von Bingen spielte das Kraut eine relevante Rolle bei der Behandlung von Keuchhusten und Atemnot. In der modernen Medizin ist Thymian indiziert bei Bronchitis, grippalen Infekten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Weiterhin wird es bei Muskelkrämpfen, Magenbeschwerden sowie Verdauungsproblemen, aber auch bei Gelenkerkrankungen und Rheuma zum Einsatz gebracht.

Wie ihr seht, lassen sich die meisten Kräuter einwandfrei einfrosten, ohne dass sie an Aroma einbüßen. Als ungeeignet hierfür kristallisierte sich bei mir lediglich das Basilikum heraus. Das könnt ihr am besten in verarbeiteter Form als Pesto einfrieren. Allerdings bin ich selbst kein großer Freund dieser ungekochten Saucen, so dass ich Basilikum im Winter auf der Fensterbank ziehe (allerdings erwiesen sich die meisten Versuche bisher als nicht sehr erfolgreich 😔). Die restlichen Kräuter verwende ich in der kalten Jahreszeit überwiegend in TK-Form, einige auch getrocknet (z.B. Oregano, Rosmarin oder Thymian). Dazu könnt ihr sie direkt nach der Ernte entweder im Backofen bei niedrigster Temperatureinstellung, im Dörrgerät oder (so wie ich) einfach gebündelt an der Luft trocknen lassen, anschließend im Blender fein mahlen und in luftdichte Vorratsgläser abfüllen. Zum Trocknen eignen sich weiterhin neben den bereits oben genannten noch Minze, Majoran, Estragon oder Beifuß, denn diese Kräuter intensivieren durch den Prozess ebenfalls ihr Aroma.

Seid ihr an weiteren Grünkräutern und Aromaten interessiert? Dann schaut euch gern die Beiträge über Wildgrün, Sprossen und Gewürze an. Mit relevanten Infos bzgl. Vitaminen und Mineralstoffen könnt ihr euch in diesem Artikel versorgen.

Postet mir gern in den Kommis, welche Sorten Wildgrün, Sprossen und Gewürze ihr am liebsten verwendet. Woher bezieht ihr eure Saaten bzw. mit welchen Herstellern konntet ihr bisher positive Erfahrungen sammeln? Ich bin mir sicher, dass ihr für mich noch den einen oder anderen Tipp parat habt.

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