Stachelbeer-Streuselkuchen – Happy Birthday, liebe Mutti ❤️!

Anfang nächster Woche feiert mein wichtigster und wundervollster Herzensmensch ihren besonderen Ehrentag. Vor diesem Ereignis – ähnlich wie vorm Muttertag – erreicht meine „ESSperimentierphase“ in der Küche ihren Zenit, da ich stets bestrebt bin meiner besten Freundin und Gartenpartnerin eine ganz besondere Freude zu bereiten und sie nach allen Regeln der Kunst noch mehr als üblich zu verwöhnen. Hierfür sammle ich in meinem kleinen „Inspirationsbuch“ – wie ich es deklariere – übers Jahr hinweg Geschenkideen, Anregungen für Rezeptkreationen und andere Goodies, die meine Mum ganz besonders beglücken könnten. Sobald sie beiläufig eine Aussage über ihre Präferenzen trifft, wird dies im Büchlein vermerkt. Beim Durchblättern stolperte ich über eine Notiz, in welcher Mutti erwähnte, dass sie gern mal wieder einen Stachelbeer-Rawcake verzehren würde, weil sie meine rohvegane Eistorte aus diesen Früchten so wahnsinnig genossen hat (hier gelangt ihr zum erwähnten Rezept 🙂).

Glücklicherweise erzielten wir während der Gartensaison einen wahnsinnig hohen Ertrag, so dass wir sehr viele Beutel an Stachelbeeren eingefrostet haben. Daraus habe ich die folgende Rohkosttorte für Muttis anstehenden Geburtstag kreiert:

Zutaten für Springform ∅ 18 cm:

Boden:

  • 70 g Paranüsse
  • 70 g Macadamias
  • 1 EL Kakaopulver
  • 2 EL Kokosraspeln
  • 2 EL Yaconsirup
  • ½ TL gemahlene Vanille
  • 1 Prise Salz

Füllung:

  • 200 g Kokosmus (hier gelangt ihr zur Nussmus-Herstellungsanleitung)
  • ca. 350 g Stachelbeeren
  • ½ TL Spirulina
  • 5-6 EL Yaconsirup (oder anderes Süßungsmittel eurer Wahl)

Streusel:

  • 2 EL Creme
  • 3-4 EL gemahlene Erdmandeln
  • 2 EL Kakaonibs

Zubereitung:

  • Stachelbeeren auftauen lassen und Springformboden mit Backpapier auslegen 
  • Boden: Paranüsse und Macadamias im Blender mixen, in Schüssel füllen und mit Sirup, Vanille, Kokosraspeln, Kakao und Salz zu homogenem Teig vermengen
  • Boden in Form geben, festdrücken und kühl stellen
  • Füllung: Kokosmus schmelzen und mit Stachelbeeren, Spirulina und Sirup im Hochleistungsmixer zu homogener Masse verarbeiten, davon ca. 2 EL abnehmen, Rest gleichmäßig auf Boden verteilen und erneut kühlen
  • Streusel: Erdmandelmehl, Kakaonibs und die 2 EL Creme in Schüssel zu Streuseln verarbeiten und auf Stachelbeerschicht verteilen

Diese zuckerfreie, rohvegane, glutenfreie Torte hält sich ca. 3-4 Tage im Kühlschrank frisch. Alternativ könnt ihr sie allerdings auch einfrosten und einige Stunden vorm Servieren im Kühlschrank auftauen lassen. Die Zutaten könnt ihr nach eurer Präferenz variieren. Ich habe in diesem Fall Macadamias und Paranüsse für den Boden verwendet – die Lieblingssorten meiner Mum. Ihr könnt sie allerdings auch durch andere Kerne bzw. Nüsse eurer Wahl substituieren. Die Auswahl der Früchte könnt ihr wunderbar an die Saison anpassen. Sehr delikat stelle ich mir den Rawcake z.B. als herbstlichen Streuselkuchen mit Äpfeln, Birnen oder auch Kürbis vor. 

Verarbeitet einfach die Ingredienzien, die euer Gaumen präferiert. Sollten euch die Kerne der Stachelbeeren stören, könnt ihr die Creme optional durch ein Sieb passieren. Allerdings verzichte ich auf diesen Schritt. 

Stachelbeer-Streuselkuchen9Mutti liebt Kokos über alles. Von dem exotisch-lieblichen Aroma bekommt sie einfach nicht genug. Aus diesem Grund wanderten die Kokosraspeln nicht nur in den Boden, sondern dienten mir auch als Basis der Füllung. Das Spirulinapulver habe ich bereits bei meiner Pflaumen-Rohkosttorte zum Einsatz gebracht und meine Verwandtschaft völlig verblüfft. Hier fungiert es als natürlicher Farbstoff, um die grüne Nuance der Stachelbeerschicht zu intensivieren. Keine Sorge, ihr schmeckt das Pulver nicht heraus, dafür verschönert es die Optik. 

Stachelbeer-Streuselkuchen8Als Süßungsmittel habe ich Yaconsirup verwendet, der durch sein karamellig-malziges Aroma der Torte eine besondere Süße und eine zusätzliche Geschmacksnuance verleiht, die ausgezeichnet mit den säuerlichen Stachelbeeren harmoniert. Auch hier könnt ihr allerdings euer präferiertes Süßungsmittel verarbeiten. Die Streusel liefern einen genialen Crunch, wodurch die Torte eine zusätzliche Textur und ein spannendes Mundgefühl erhält. Die nussige Süße der gemahlenen Erdmandeln wirkt hierbei den herb-schokoladigen Kakaonibs entgegen, so dass die Aromen eine wundervoll ausbalancierte Harmonie ergeben. In meinen Augen also eine äußerst schmackhafte Gesamtkomposition und dieses Ereignisses absolut würdig.

Stachelbeer-Streuselkuchen11Doch selbstverständlich wollte ich mir  – wie immer – noch eine 2. Meinung einholen, denn die Geschmäcker variieren ja bekanntlich 🙃. Da ja Mutti normalerweise meine Testperson Nummer 1 darstellt und ich sie in diesem Fall nicht zurate ziehen konnte, musste meine Oma herhalten, die sich auch bereitwillig sofort einen kleinen Teller und eine Kuchengabel organisierte. Ihr Fazit: „Oooh ja! Der Kuchen schmeckt sehr sehr gut. Das wird genau den Geschmack meiner Tochter treffen.“ Als ich ihr kurz den Rücken zuwendete, musste ich feststellen, dass sie versuchte, noch ein 2. Stück zu stibitzen, was ich allerdings noch rechtzeitig verhindern konnte. Um ihre Enttäuschung ein wenig abzumildern, tröstete ich sie mit den Worten, dass Mutti ihr sicher zum Geburtstags-Kaffee eine Portion abgeben wird. Denn schließlich habe ich für sie ja noch einige andere kleine Snacks in Form von gedörrten Superfood-Talern, Birnen-Wraps mit Apfel-Zimt-Füllung, Fitness-Cookies aus Mangos, Bananen, Kokosraspeln und Hanfsamen sowie einer Superfood-Fruchtschokolade – allesamt zuckerfrei, rohvegan und glutenfrei – präpariert:

In dem Sinn: auf einen hoffentlich unvergesslichen Ehrentag und einen besonders guten Appetit!

Wenn ihr das Rezept ausprobiert (es eignet sich auch ausgezeichnet zur Zubereitung außerhalb von Geburtstagen 😉) oder euch Fragen auf der Seele brennen, so postet mir gern euer Feedback in den Kommis bzw. auf Facebook oder sendet mir eure Fotos auf Instagram. 

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Pfirsich-Kiwi-Rohkosttorte: eine Last-Minute-Obstrettung

Jeder, der mich kennt, weiß: Lebensmittelverschwendung stellt für mich eine absolute Todsünde dar! Aus diesem Grund engagiere ich mich auch bei Foodsharing und führe am PC eine Übersichtsdatei mit allen Vorräten des Haushalts inklusive der Mengen, der Mindesthaltbarkeiten (wobei man diese nicht allzu ernst nehmen sollte) sowie der Anbruchdaten bei empfindlichen Produkten, die ich nach Möglichkeit täglich aktualisiere. Diese Methode erscheint euch vermutlich relativ zeitaufwändig, doch sie funktioniert für mich persönlich ausgezeichnet. Auch meine Familie achtet tunlichst darauf, möglichst wenig Lebensmittel auszumustern. Doch gestern klopfte vorsichtig meine Oma an die Tür und gestand extrem geknickt: „Fanny, ich muss dir etwas zeigen. Diese beiden Kiwis und den Pfirsich hier habe ich vergessen zu essen und jetzt sind sie so weich und matschig, dass ich sie einfach nicht mehr möchte. Es tut mir sehr leid. Vielleicht kannst du noch etwas damit anfangen. Ich hoffe, du bist nicht böse.“ Dass die Aussage ihrerseits bei mir nicht gerade Begeisterungsstürme auslöst, dürfte klar sein. Doch wie könnte ich meiner Oma – den neben meiner Mutti wichtigsten Menschen im Leben – zürnen? Eines stand für mich von Beginn an fest: diese Früchte werden definitiv keine Bekanntschaft mit dem Mülleimer schließen! Also hieß es mal wieder: spontan improvisieren und schnellstmöglich verarbeiten. Gesagt – getan. Als Resultat ging die folgende Rohkosttorte hervor:

Zutaten für Springform ∅ 18 cm:

Boden:

  • 60 g Cashews
  • 60 g Sesam
  • 2 EL Kakaopulver
  • 100 g Datteln
  • ggf. 1-2 EL Wasser

Basisfüllung:

  • 200 g Cashewmus (ich stelle es nach dieser Anleitung her)
  • 100 g Datteln
  • 5 EL Kokosöl

Fruchtfüllung 1:

  • 1 Banane
  • 2 Kiwis
  • ½ TL Spirulinapulver

Fruchtfüllung 2:

  • 1 Pfirsich
  • 20 g gefriergetrocknete Maracujas
  • 1 EL Flohsamenschalen

Zubereitung:

  • Vorbereitung:
    • Springformboden mit Backpapier auslegen
    • Datteln für Boden und Deko einweichen und pürieren
    • Kokosöl verflüssigen
    • Pfirsich säubern, entsteinen und grob klein schneiden
    • Kiwis waschen und Fruchtfleisch mit Löffel herauskratzen
    • Banane schälen
    • gefriergetrocknete Maracujas im Mixer zerkleinern
  • Boden:
    • Cashews und Sesam im Blender mahlen
    • Kakao untermischen und zusammen mit Dattelpüree und ggf. unter Wasserzugabe zu homogenem Teig verarbeiten
    • Boden in Form modellieren, gut andrücken und kühl stellen
  • Basisfüllung:
    • Cashewmus, Dattelpüree und Kokosöl im Hochleistungsmixer zu homogener Creme verarbeiten
    • Hälfte davon in 2. Mixbehälter umfüllen
  • Fruchtfüllung 1:
    • Banane, Kiwis und Spirulina mit einer Hälfte Basiscreme im Hochleistungsmixer zu homogener Masse pürieren
    • alles auf Boden verteilen und durchkühlen
  • Fruchtfüllung 2:
    • 2. Hälfte der Basiscreme mit Maracujas, Pfirsich und Flohsamenschalen zu homogener Masse pürieren
    • Creme auf 1. Füllung verteilen und alles erneut durchkühlen

Et voilà – eine zuckerfreie, rohvegane und glutenfreie Torte aus geretteten Lebensmitteln! Die Zutaten könnt ihr wie immer nach eurem persönlichen Gusto variieren und substituieren. Anstelle des Pfirsichs und der Kiwis könnt ihr jegliches anderes Obst nach euren Präferenzen verwenden und ggf. vor der Entsorgung retten. Für solche Torten eignen sich überreife, matschige Früchte hervorragend, da sie ein intensives Aroma und eine ausreichende Süße besitzen, so dass ihr komplett auf Zucker verzichten könnt.

Die restlichen Ingredienzien ergeben sich dann wie immer aus den Produkten meines Vorratsschranks. Anstelle der Cashews könnt ihr auch jegliche andere Kern- bzw. Nussart verarbeiten. Die gefriergetrockneten Maracujas stellen eine außergewöhnliche Zutat dar. Vor einiger Zeit habe ich sie neu für mich entdeckt und seither gehören sie zu den Stammgästen meines Repertoires. Ihr könnt auch frische Früchte verwenden. Sie bilden einen idealen Kombipartner für den Pfirsich und ergänzen sich aromentechnisch ausgezeichnet. Das Spirulinapulver habe ich bereits in diese Pflaumen-Rohkosttorte integriert und meine Verwandtschaft völlig verblüfft. In diesem Fall fungiert es als natürlicher Farbstoff, um die grüne Nuance der Kiwischicht zu intensivieren. Die Flohsamenschalen dienen mir als Binde- bzw. Geliermittel. Vermutlich werden sie gar nicht benötigt. Ich habe sie sicherheitshalber hinzugefügt, um die Konsistenz zu gewährleisten. Pfirsich-Kiwi-Rawcake7
Doch das alles entscheidende Kriterium stellt letzten Endes der Geschmack dar. An dieser Stelle zitiere ich liebend gern meine Oma, der ich den Rawcake natürlich als Erste vorsetzen musste 😁: „Ich werde in Zukunft häufiger mal vergessen reifes Obst zu essen, wenn dabei solche köstlichen Torten entstehen. Da kann ich mir glatt den Verzehr von klassischen gebackenen Kuchen abgewöhnen. Wirklich sehr sehr lecker, Fanny!“

Juhu, nicht nur überreife Früchte erfolgreich vor der Entsorgung gerettet, sondern gleichzeitig auch noch eine delikate Torte gezaubert. Mission erfüllt! (Dennoch hoffe ich, dass solche Situationen die Ausnahme bilden 😊).

Vielleicht dient dieser Artikel als kleine Inspiration euch gegen Lebensmittelverschwendung zu engagieren – sei es in Form von Foodsharing oder einfach nur als Anregung zur kreativen Resteverwertung. Fallen euch noch weitere Strategien zur Rettung ein? Postet mir gern euer Feedback in den Kommis oder auf Facebook und teilt euer Erfahrungen.

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Veganer, glutenfreier Kürbis-Kokos-Rawcake

Als wärmeliebende Sonnenanbeterin werde ich wohl in meinem jetzigen Leben nicht mehr zum Fan der tristen grauen Herbstzeit mutieren. Doch in diesem Jahr trauere ich dem Ende des Sommers weniger hinterher als gewöhnlich. Der Grund? Eine wahnsinnig interessante, süße, aber dennoch relativ gesunde Rezeptinspiration, die ich pünktlich zur Eröffnung der Kürbissaison austesten möchte. Diese großartigen Gemüsefrüchte enthalten viele für uns wertvolle Inhaltsstoffe wie z.B. Vitamin C, Kalium, Phosphat, Antioxidantien oder Ballaststoffe. In diesem Beitrag portraitiere ich die Vorzüge der vielseitigen Herbstboten und erläutere kurz wie wir sie im eigenen Garten kultivieren. In diesem Jahr freue ich mich – wie erwähnt – ganz besonders auf unsere ersten Hokkaido-Kürbisse.

Bereits im späten Frühling verbrachte ich ein Yoga- und Meditationswochenende im Naturkosthotel Harz im verschlafenen Städtchen Bad Grund. Hier wurde nicht nur vegane Rohkost par excellence angeboten, sondern jeder Gast erhielt zur Begrüßung eine Postkarte mit einer Rezeptinspiration – und dreimal dürft ihr raten, welches köstliche Goodie sich auf meiner befand? BINGO! Ein rohveganer Kürbiskuchen! Aus diesem Grund wartete ich ungeduldig auf das Heranreifen unserer Hokkaidos, um den kreativen Input in die Tat umzusetzen. Und endlich ist es soweit! Ich halte das erste Exemplar in den Händen. Nun steht der Zubereitung nichts mehr im Weg! Auf Basis der Rezept-Kombination Kürbis und Kokos aus dem Naturkosthotel, habe ich mir meine eigene Variante kreiert, so dass letzten Endes das folgende Resultat entstand: 

Zutaten für Springform ∅ 18 cm:

Boden:

  • 50 g Pistazien
  • 50 g Kokosraspeln
  • 50 g Sesam
  • 3 EL Kakaonibs
  • ½  TL Vanille
  • ½ TL Zimt
  • 5 große Feigen
  • ggf. 2-3 EL Wasser

Füllung:

  • 350 g Kürbis
  • 200 g Kokosmus (hier gelangt ihr zur Nussmus-Herstellungsanleitung)
  • 1 überreife Banane
  • 5 EL Yaconsirup (oder anderes Süßungsmittel)
  • 1 TL Zimt
  • 1 Prise Muskat
  • 2 EL Baobab
  • 3 EL Kakaopulver
  • 2 EL Kokosraspeln zur Deko

Zubereitung:

  • Springformboden mit Backpapier auslegen, Feigen ggf. einweichen, mit Zauberstab pürieren und Banane schälen
  • Kürbis waschen, halbieren, in Würfel schneiden und im Hochleistungsmixer mit Hilfe des Stößels bei höchster Umdrehungszahl zu Püree verarbeiten
  • Boden: Pistazien, Sesam und Kokosraspeln im Blender mahlen, Gewürze untermischen und mit Feigenpüree und ggf. unter Wasserzugabe zu homogenem Teig verarbeiten, Kakaonibs zum Schluss unterheben
  • Boden in Form modellieren, gut andrücken und kühl stellen
  • Füllung: Kokosmus verflüssigen und mit Kürbispüree, Banane, Yaconsirup, Baobab sowie Gewürzen zu homogener Creme mixen
  • Hälfte der Füllung auf Boden verteilen und kurz durchkühlen
  • restliche Creme mit Kakaopulver mixen und gleichmäßig auf Kürbis-Schicht verteilen
  • Kokosraspeln als Deko auf Füllung auftragen und alles erneut durchkühlen

Die Torte hält sich ca. 3-4 Tage im Kühlschrank frisch. Alternativ könnt ihr sie allerdings auch einfrosten und einige Stunden vorm Servieren im Kühlschrank auftauen lassen. Die Zutaten könnt ihr nach eurer Präferenz variieren. Für die Zubereitung des Bodens eignet sich am besten eine Küchenmaschine mit S-Messer, die mir allerdings nicht zur Verfügung steht. Aus diesem Grund behelfe ich mir mit Blender und Pürierstab, was auch problemlos funktioniert. Je nach Konsistenz des Bodens solltet ihr ggf. noch ein wenig Flüssigkeit ergänzen.

Der Teig sollte nicht zu bröselig, aber auch nicht zu matschig sein – am besten noch leicht krümelig, so dass er beim Kneten gut zusammenhaftet. Die Kakaonibs sorgen durch den (für mich seeeehr relevanten) Crunch-Effekt für zusätzliche Textur während des Kauprozesses und unterstützen den herb-schokoladigen Geschmack, der gleich zu Beginn in den Vordergrund tritt. Das lieblich-nussige Hokkaidopüree wird erst dezent im Abgang wahrnehmbar, so dass der Kürbis die Torte nicht dominiert – ihr aber dennoch eine fruchtig-frische Note verleiht.

Kürbiscake8Daraus ergibt sich eine aromentechnisch sehr gut ausbalancierte Gesamtkomposition. Die lieblich-exotische Kokosnote rundet in Kombination mit den Gewürzen und der fruchtig-süßen Banane den Geschmack der Torte wunderbar ab. Ihr könnt anstelle des Yaconsirups euer präferiertes Süßungsmittel zum Einsatz bringen und auch die Gewürze lassen sich beliebig variieren oder ihr lasst sie komplett außen vor. Da sind eurer Kreativität wie immer keine Grenzen gesetzt 😊.

Die Zutaten sind für eine 18-cm-Springform ausgelegt. Falls ihr größere Backformen verwendet, findet ihr im Anschluss eine Umrechnungstabelle für die entsprechenden Mengen.

Umrechnungsfaktoren für Springformen

Möchtet ihr weitere Rohkosttorten-Rezepte austesten? Dann checkt gern meine vorangegangenen Kreationen aus. Allesamt wurden sie inspiriert durch die Erträge unseres Gartens: Kornapfel-Kokos-Traumkuchen, Erdbeer-Muttertags-Torte, Schoko-Erdbeer-Rawcake, Stachelbeer-Eistorte, Johannisbeer-Kokos-Rawcake, Apfel-Möhren-Marmorkuchen, Himbeer-Kokos-Eistorte, Pflaumen-Spirulina-Rawcake, Heidelbeer-Weintrauben-Torte und Birne-Helene-Rawcake. Weitere Ideen zur Verarbeitung von Kürbissen findet ihr hier.

Falls ihr dieses Rezept einmal ausprobiert, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommis oder via Facebook und schickt mir eure Fotos auf Instagram.

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Kindheitstraum neu interpretiert – Omas „Birne Helene“ als vegane Rohkosttorte

Definitiv einer der schönsten (Genuss)-Momente meiner Kindheit: immer wenn Oma verlauten ließ „Birne Helene ist fertig!“, vermochte ich meine Begeisterung kaum zu zügeln und sogleich erschien ich mit einer XXL-Dessert-Schale in ihrer Küche, um eine möglichst große Portion abzustauben. Omas Version des französischen Klassikers gehörte zu meinen absoluten Favorits. Die Kombination aus in Zimt-Zucker pochierten Birnen, ihrer fantastischen Schokocreme dekoriert mit einer Kugel Vanilleeis, stellte für mich ein absolutes Gaumenerlebnis dar. Zur damaligen Zeit verarbeitete sie unsere beiden grandiosen Traditionssorten „Gute Luise“ und „Gellerts Butterbirne“, die mein Opa während der Saison emsig und akribisch für uns erntete und aufbereitete. Leider verstarb er im letzten Jahr und meine Oma hat bereits längst die 80 überschritten, so dass ich das innere Bedürfnis verspüre, sowohl ihr als auch meiner Mutti (und nicht zuletzt mir selbst 😇) eine kleine Freude zu bereiten, indem ich die Hauptbestandteile des zeitlosen Traum-Desserts – sprich Birnen, Vanille, Zimt und Schokolade – aufgreife, um aus ihnen die folgende Rohkosttorte zu zaubern:

Zutaten für Springform ∅ 18 cm:

Boden:

  • 70 g Mandeln
  • 3 EL Pistazien
  • 3 EL Hanfsamen
  • 2 EL Carob
  • ½ TL Vanille
  • 1 TL Zimt
  • 2 EL Yaconsirup
  • ggf. 1-2 EL Wasser
  • 2 EL Kakaonibs
  • 1 Birne

Füllung:

  • 200 g Kokosmus (hier gelangt ihr zur Nussmus-Herstellungsanleitung)
  • 5 EL Yaconsirup (oder anderes Süßungsmittel eurer Wahl)
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Vanille
  • 3 Birnen
  • 2 EL Kakaopulver
  • 2 EL Kakaonibs
  • 1 Handvoll gedörrte Birnen zur Deko

Zubereitung:

  • Springformboden mit Backpapier auslegen
  • Birnen waschen, entkernen, ein Stück fein würfeln und restliche grob klein schneiden
  • Boden: Hanfsamen, Mandeln und Pistazien im Blender mahlen und mit Carob, Gewürzen, Sirup und ggf. unter Wasserzugabe zu homogenem Teig verarbeiten, zum Schluss Kakaonibs zufügen
  • Boden in Form modellieren, Birnenwürfel darauf verteilen und kühlen
  • Füllung: Kokosmus schmelzen und mit restlichen Birnen, Gewürzen und Sirup im Hochleistungsmixer zu homogener Masse pürieren
  • ca. 2 EL Creme abnehmen, in Spritzbeutel füllen und kühl stellen
  • Hälfte der Füllung auf Boden verteilen und alles durchkühlen lassen
  • zur restlichen Füllung Kakaopulver geben und alles zu homogener Creme mixen, Kakaonibs zum Schluss kurz unterheben
  • Schoko-Füllung auftragen und alles erneut durchkühlen lassen
  • restliche Creme aufspritzen und mit gedörrten Birnenscheiben dekorieren

Die Rohkosttorte hält sich ca. 2-3 Tage bei kühler Lagerung. Alternativ könnt ihr sie auch erneut einfrosten (dann allerdings am besten ohne Deko). Um dem Boden einen Crunch-Effekt zu verleihen und den schokoladigen Geschmack hervorzuheben, habe ich neben dem Carob auch Kakonibs eingearbeitet. Anstelle des aus dem Affenbrotbaum gewonnenen Pulvers könnt ihr auch lediglich Kakao verwenden. Den habe ich dann zusätzlich noch in die zweite Füllung integriert. Auf diese Weise erhaltet ihr verschiedene schokoladige Geschmacksnuancen. Denn das Carob mit seinem karamellig-süßlichen Flavor im Boden bildet einen wundervollen harmonischen Kontrast zu den intensiv herb-schokoladigen Kakaopulver in der Füllung. Die bitteren Kakaonibs, die gleichzeitig einen Crunch-Effekt bedingen und sich für die Texturgebung verantwortlich zeigen, untermalen das Aromenspiel und runden die Gesamtkomposition ab.

 

Wie alle meine bisherigen Kreationen enthält auch dieser Kuchen keinen Zucker, kein Gluten, keine tierischen Bestandteile und erfüllt die Anforderungen der Rohkostqualität. Als Birnensorte habe ich unsere „Gute Luise“ verwendet, die bereits mein Urgroßvater auf unserer Streuobstwiese angesiedelt hat. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre hohe Saftigkeit und süß-säuerliches Aroma mit einer leicht würzigen Note im Abgang aus. In Kombination mit Schoko, Zimt und Vanille ein absolutes Geschmackserlebnis. Gerade die altehrwürdigen Züchtungen enthalten sehr viel mehr der wertvollen Inhaltsstoffe (vor allem die Vitamine B1, B2, B6, C, Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium und Zink) als neuere Sorten. 

 

Rawcake7In der Deko habe ich gedörrte Birnenstückchen verarbeitet. Hierfür habe ich die Früchte entkernt, in Stücke geschnitten und im Dörrgerät über ca. 5-6 Stunden bei 40°C dehydriert – eine optimale Methode, um vor allem Fallobst zu konservieren. So wie früher das Dessert aus Omas liebevollen Händen die Augen von Klein-Fanny zum Leuchten brachten, so sehr erfüllte dieser Rawcake auch ihr Herz und das meiner Mutti mit Freude. Sie war ebenfalls von der gesunden Neuinterpretation unseres traditionellen Familienklassikers absolut begeistert.

Rawcake8Ihre Reaktion: „Ich weiß, dass ich es bisher bei jeder deiner Rohkosttorten gesagt habe, aber diese schmeckt mir von allen am besten!“ Meine Oma entgegnete mit feuchten Augen: „Schade, dass es unser Opa nicht mehr miterleben kann. Ihm hätte die Torte mit Sicherheit auch ausgezeichnet geschmeckt und er hätte sich gefreut, dass ihr die Tradition aufrechterhaltet und seinen Garten und unsere Streuobstwiesen in seinem Namen weiter bewirtschaftet und in Ehren haltet.“ Dem hatte ich nichts mehr hinzuzufügen (und mir fehlen selten sie Worte), außer: „Möchtet ihr zwei noch ein Stückchen?“ Daraufhin wurden mir unter zustimmenden Nicken beide Teller entgegengestreckt, so dass wir drei uns noch eine weitere Runde Rohkosttorte genehmigten. In diesem Sinn: Guten Appetit 😋!

Die Zutaten sind übrigens für eine 18-cm-Springform ausgelegt. Wenn ihr größere Backformen verwendet, findet ihr im Anschluss eine Umrechnungstabelle für die entsprechenden Mengen. 

Umrechnungsfaktoren für Springformen

Falls ihr die Interpretation meines Kindheitstraums „Birne Helene“ – oder in diesem Fall – „Birne Luise“ einmal ausprobiert, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommis bzw. via Facebook oder schickt mir eure Fotos auf Instagram.

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Heidelbeer-Weintrauben-Rohkosttorte: vegan, clean, glutenfrei

Euch allen ist garantiert das gute alte Sprichwort: „Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“ vertraut. Genau diese Redewendung trifft bei meinem folgenden Rawcake genau ins Schwarze. Direkt hinter unserem Garten erstreckt sich ein langer Pfad, der entlang an Feldern und Wiesen führt, bis er dann auf eine Unterführung des alten Bahnübergangs trifft. Dort entspringt ein kleiner Bach, an welchem sich viele wilde Sträucher tummeln. Genau jenem Weg folgte ich bereits unzählige Male, da auf den saftig-grünen Wiesenflächen viele Wildkräuter beheimatet sind, die ich vorzugsweise im Herbst bis Frühjahr, wenn unser Garten ruht, regelmäßig sammle und in meinen Ernährungsplan integriere. So auch vor einigen Tagen. Und plötzlich leuchten sie mir auf der rechten Seite entgegen – pralle, blauviolette Heidelbeeren. Unglaublich – habe ich sie doch bisher noch nie bemerkt! Aber an jenem Tag sprangen sie mir regelrecht ins Auge. Unnötig zu erwähnen, dass ich sofort mein Sammelkörbchen randvoll bestückt habe 😄. 

Den größten Teil haben meine Mutti, Oma und ich natürlich sofort verzehrt, doch eine stattliche Menge der gesunden und delikaten Wildfrüchte verblieb dennoch zurück – zumal wir ja auch parallel fleißig unseren garteneigenen Himbeeren, Äpfel sowie Weintrauben ernten und verarbeiten. So entstand schlussendlich die Idee aus ihnen die folgende Rohkosttorte zu kreieren:

Zutaten für Springform ∅ 18 cm:

Boden:

  • 50 g Mandeln
  • 50 g Macadamias
  • 3 EL Hanfsamen
  • 5 Feigen
  • 2 EL Kakaonibs
  • ggf. 1-2 EL Wasser

Weintrauben-Füllung:

  • 150 g Cashewmus (ich stelle es nach dieser Anleitung her)
  • 3 Feigen
  • 4 EL Kokosöl
  • ca. 150 g Weintrauben
  • ½ TL Spirulina

Heidelbeer-Füllung:

  • 50 g Cashewmus
  • 3 Feigen
  • 3 EL Kokosöl
  • ca. 100 g Heidelbeeren
  • ½ TL Vanille

Zubereitung:

  • Springformboden mit Backpapier auslegen, Feigen klein schneiden, ggf. einweichen und pürieren
  • Boden: Hanfsamen, Macadamias und Mandeln im Blender zermahlen und mit Feigenpüree und ggf. unter Wasserzugabe zu homogenem Teig verarbeiten, Kakaonibs zum Schluss kurz unterheben
  • Boden in Form modellieren und kurz kühl stellen
  • Weintraubenfüllung: Früchte waschen, trocken tupfen, von Rispe trennen, einige für Deko beiseite legen und Rest im Hochleistungsmixer mit Feigen, Kokosöl, Cashewmus und Spirulina zu homogener Creme mischen
  • Masse auf Boden verteilen und im Kühlschrank oder TK durchkühlen lassen
  • Heidelbeer-Füllung: Früchte waschen, von Rispe trennen, einige für Deko beiseite legen und Rest mit Cashewmus, Feigen, Kokosöl und Vanille zu homogener Creme mixen
  • Heidelbeer-Füllung auf Weintraubenschicht verteilen und alles erneut kühlen
  • durchgefrostete Torte portionieren und dekorieren

Der Rawcake hält sich ca. 2-3 Tage bei kühler Lagerung. Alternativ könnt ihr ihn auch erneut einfrosten (dann allerdings am besten ohne Deko). Für die Zubereitung des Bodens eignet sich am besten eine Küchenmaschine mit S-Messer, die mir allerdings nicht zur Verfügung steht. Aus diesem Grund mahle ich die Kerne im Blender und püriere die Feigen separat mit dem Zauberstab. Dann gebe ich alle Zutaten in eine Schüssel und verarbeite sie zu einer homogenen Masse. Je nach Konsistenz muss ggf. noch ein wenig Wasser zugefügt werden. Der Teig sollte nicht zu bröselig und nicht zu feucht sein, aber dennoch gut zusammenhaften.

Beide Füllungen basieren bei dieser Torte auf Cashews. Da ich das entsprechende Nussmus immer auf Vorrat produziere, integrierte ich es auch gleich in den Kuchen. Alternativ könnt ihr allerdings auch eingeweichte Cashews verwenden. Hier solltet ihr ggf. noch ein wenig Flüssigkeit hinzufügen, um glatte Cremes zu erhalten. Ihr werdet euch vielleicht – wenn ihr die Zutaten studiert – über das Spirulina wundern. Dieses aus einer Mikroalge gewonnene Pulver habe ich bereits bei dieser Pflaumen-Torte zum Einsatz gebracht und an entsprechender Stelle ausführlich portraitiert. Hier dient es mir lediglich zur Intensivierung der grünen Farbnuance – also völlig optional 🙂.        

Heidelbeer-Weintrauben-Rawcake6Neben Heidelbeeren spielen unsere garteneigenen Weintrauben eine weitere Hauptrolle. Zwar fallen sie ein wenig kleiner aus als die im Handel befindlichen, schmecken aber umso aromatischer. Falls euch die Kerne stören, dann könnt ihr das Fruchtpüree ggf. durch ein Sieb streichen. Ich verzichte allerdings ganz bewusst auf diesen Schritt, denn immerhin steckt in ihnen ein Großteil der wertvollen Inhaltsstoffe – wie die Vitamine B1, B2, B6, C, E sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Eisen und Folsäure. Heidelbeeren enthalten neben Vitamin C weiterhin die Vitamine A und E, Folsäure, antioxidativ wirkende Anthocyane (die sich gleichzeitig auch für die blauviolette Farbe verantwortlich zeigen) sowie die Mineralstoffe Kalium, Phosphat und Calcium. Somit stellt diese zucker- und glutenfreie Torte eine verhältnismäßig gesunde Süßigkeit dar, von der man sich ruhig ab und an das eine oder andere kleine Stückchen gönnen darf.

Heidelbeer-Weintrauben-Rawcake7Ich muss gestehen – ich hatte im Vorfeld keinerlei Vorstellung, ob die beiden Fruchtsorten überhaupt miteinander geschmacklich harmonieren. Ich habe sie einfach auserkoren, weil sie mir gerade in großen Mengen zur Verfügung standen 😅. Aber glücklicherweise ergibt sich aus den herb-würzigen Heidelbeeren, den süß-säuerlichen Trauben und den lieblichen-aromatischen Feigen eine großartig abgerundete Gesamtkomposition. Das Cashewmus bedingt eine wunderbare Cremigkeit, wohingegen der crunchy Boden einen ausgezeichneten texturellen Kontrast bildet. Die Torte mundete meiner Familie und mir so ausgezeichnet, dass ich ihr das Prädikat „potluck-würdig“ verlieh und gleich noch ein weiteres Exemplar für unser rohköstliches Septembertreffen in Leipzig am 16.09. produziert habe.

Alle Zutaten sind übrigens für eine 18-cm-Springform ausgelegt. Wenn ihr größere Backformen verwendet, findet ihr im Anschluss eine Umrechnungstabelle für die entsprechenden Mengen. 

Umrechnungsfaktoren für Springformen

Falls ihr das Rezept in dieser oder einer anderen Kombination einmal ausprobiert, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommis bzw. via Facebook oder schickt mir eure Fotos auf Instagram.

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Himbeer-Carob-Kokos-Eistorte

Meine Mutti und ich pflegen einen kleinen Usus: zum Ausklang der Woche besucht sie mich zum traditionellen Sonntagsfrühstück, welches wir dann über mehrere Stunden genüsslich zelebrieren. Als kleine Goodies serviere ich ihr immer einen fruchtigen Smoothie, einige Energiebällchen oder auch das eine oder andere Stückchen Rohkosttorte. Doch letztes Wochenende war es an ihr mich zu überraschen: „Guten Morgen, Fanny. Ich wünsche dir einen wunderschönen Sonntag. Heute habe ich dir mal eine Kleinigkeit mitgebracht. Gerade frisch geerntet.“ Stolz präsentierte sie mir eine riesige Schüssel Himbeeren. Sie erreichen als letzte Beerensorte des Gartenjahres nach den Erdbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren ihren optimalen Reifegrad. Mutti und ich haben uns vor einigen Jahren ganz bewusst für eine Sorte entschieden, deren Erntezeit sich von Ende August bis weit in den Oktober erstreckt, so dass diese ein wenig zeitversetzt zu unseren anderen Früchten anfällt. Einen Großteil der köstlichen Vitamin-C-Bomben integrierten wir sofort in unser Frühstück – so frisch vom Strauch gepflückt ein absolutes Träumchen 😋. Doch davon blieb noch mindestens ein halbes Kilo übrig. Da ihre Lagerfähigkeit leider sehr begrenzt ist und sie auch im Kühlschrank relativ schnell schimmeln, ließ ich mir noch eine alternative Lösung in Form der folgenden Eistorte einfallen:

Zutaten für Springform ∅ 18 cm:

Boden:

  • 50 g Walnüsse
  • 5 EL Kokosraspeln
  • 5 EL gemahlene Mandeln
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Yaconsirup (oder anderes Süßungsmittel eurer Wahl)

Füllung:

  • 200 ml Kokosmilch
  • 4 EL Yaconsirup
  • 3 EL Carob
  • 5 EL Kokosöl
  • ½ TL Vanille
  • 2 EL Kakaonibs
  • ca. 300 g Himbeeren
  • 1 EL Flohsamenschalen

Deko:

  • 2 EL Kokosraspeln
  • 1 Handvoll Himbeeren
  • Pfefferminz-Blätter

Zubereitung:

  • Springformboden mit Backpapier auslegen
  • Boden: Kokosraspeln, Mandeln und Walnüsse im Blender mahlen, Salz zufügen und alles unter Sirupzugabe zu homogenem Teig verarbeiten
  • Boden in Form modellieren und gut andrücken
  • Himbeeren waschen und pürieren, dabei eine Handvoll für Deko beiseite legen
  • Füllung: Kokosöl verflüssigen und mit Carob, Yaconsirup, Kokosmilch und Vanille zu homogener Creme mixen, Kakaonibs zum Schluss unterheben
  • ca. der Füllung auf Boden gießen, durch Rütteln gleichmäßig verteilen und im TK durchkühlen
  • restliche Creme mit Himbeeren und Flohsamenschalen mixen und auf gekühlter Carob-Schicht verteilen
  • Minze waschen, abtupfen und von Stängeln zupfen
  • Kokosraspeln, Minze und restliche Himbeeren als Deko auf Füllung drapieren und alles erneut durchkühlen

Die Torte solltet ihr bis zum Verzehr im Tiefkühler aufbewahren, um den Erhalt der Konsistenz zu gewährleisten. 1-2 Stunden im Kühlschrank reichen völlig aus, um den Rawcake aufzutauen. Ihr solltet sie am besten erst kurz vorm Servieren mit Minze und Himbeeren dekorieren. Bitte nicht wundern: die Carobfüllung gleicht eher einem Smoothie als einer typisch cremigen Tortenschicht. Das ist allerdings völlig in Ordnung, denn sie verfestigt sich durch den Gefriervorgang. Beim Antauen entsteht aufgrund der verschiedenen Texturen ein äußerst spannendes Mundgefühl. Ihr erhaltet durch die fruchtig-geeisten Beeren eine Art Sorbet-Schicht. Die Flohsamenschalen fungieren hierbei als natürliches Gelier- bzw. Bindemittel. Alternativ könntet ihr auch Chiasamen verwenden. An diese erste Füllung schließt sich die cremige, bereits leicht zerfließende Schokofüllung an.

Himbeer-Carob-Cake4

Himbeeren mit einer Schoko-Kokos-Mischung – dieses Ensemble habe ich meiner Familie schon sehr oft als Creme-Dessert serviert. Doch auch als zuckerfreie, rohvegane, glutenfreie Eistorte eignet sich die Zusammenstellung ausgezeichnet wie Mutti und ich bei der Verkostung feststellen durften. In Kombination mit dem crunchy Kakaonibs und dem nussigen Boden entsteht eine divergente Gesamttextur aus drei unterschiedlichen Komponenten, die ein äußerst spannendes Kauerlebnis erzeugen.

Himbeer-Carob-Cake5

Die Torte konnte bei uns nicht nur durch ihr delikates Aroma punkten – sie steckt auch ganz nebenbei voller hochwertiger Inhaltsstoffe. So enthalten Himbeeren v.a. die essentiellen Vitamine C und E sowie die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Eisen und Kupfer. Carob wird aus den Früchten des Johannisbrotbaums gewonnen und stellt aufgrund der Abstinenz von Coffein und Theobromin eine ausgezeichnete Kakaopulver-Alternative dar. Im Superfood des Mittelmeerraums stecken die Vitamine A und B2 sowie die Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Eisen. Für den Boden habe ich dieses Mal regionale Walnüsse direkt aus Nachbars Garten verwendet. Sie enthalten hauptsächlich wertvolle ungesättigte Fettsäuren, die zur Gesunderhaltung des Organismus dienen. Der Proteingehalt liegt bei ca. 15%. Weitere essentielle Mikronährstoffe: Zink, Kalium, Eisen, Magnesium und Calcium. Außerdem sind Walnüsse reich an Vitaminen der B-Familie sowie Vitamin E. Ihr könnt allerdings auch jegliche andere Nuss- bzw. Kernart eurer Wahl verarbeiten.

Himbeer-Carob-Cake6Generell könnt ihr alle Ingredienzen nach eurem Gusto variieren. Anstelle des Yaconsirups (ein aus der peruanischen Yaconwurzel gewonnener Saft) als Süßungsmittel könnt ihr ebenfalls jede gesunde Zuckeralternative zum Einsatz bringen – je nach eurer Präferenz. Allerdings passt die karamellig-malzige Note in meinen Augen ausgezeichnet zu den fruchtig-säuerlichen Himbeeren und dem lieblich-exotischen Kokosflavor. Das süßlich-schokoladige Aroma des Carob in Kombination mit den herb-bitteren Kakaonibs rundet die Gesamtkomposition excellent ab.

Die Zutaten sind für eine 18-cm-Springform ausgelegt. Wenn ihr größere Backformen verwendet, findet ihr im Anschluss eine Umrechnungstabelle für die entsprechenden Mengen. 

Umrechnungsfaktoren für Springformen

Falls ihr meine kleine Hommage an den viel zu schnell zur Neige gehenden Sommer einmal ausprobiert, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommis bzw. via Facebook oder schickt mir eure Fotos auf Instagram.

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Pflaumen-Spirulina-Rawcake: außergewöhnliche Torte mit Überraschungseffekt

„Oh mein Gott – was ist da nur in sie gefahren?“ Ihr könnt euch sicherlich lebhaft die verwirrten und verunsicherten Blicke meiner omnivoren und – um es mal vorsichtig ausdrücken – sich nicht ganz so gesund ernährenden Verwandtschaft vorstellen als ich diese optisch extravagante, glutenfreie, vegane und zuckerfreie Rohkost-Torte zur Schuleinführung meines Neffen präsentierte. Vermutlich wird der ein oder andere von euch sogar deren Skepsis teilen. Und ich gebe zu: die Kombination hört sich extrem exotisch und völlig außergewöhnlich an. Doch ich kann euch versprechen: die beiden Protagonisten der „Spinat-Schlammtorte“ (O-Ton meines kleinen Patenkindes 😄) werden regional erzeugt. Die Pflaumen stammen aus unserem Garten und das aus der Mikroalge Spirulina gewonnene Pulver vom innovativen Startup-Unternehmen PureRaw wird im Nachbarbundesland (genauer: auf einer Algenfarm in Klötze) produziert. Doch eins nach dem anderen. Zunächst einmal stelle ich euch die Ingredienzien dieses skurrilen Rawcakes vor:

Zutaten für Springform ∅ 18 cm:

Boden:

  • 100 g Mandeln
  • 2 EL Pistazien
  • 2 EL Kakaonibs
  • 1 Handvoll Macadamias
  • ½ TL Vanille
  • 1 TL Zimt
  • 100 g gedörrte Pflaumen
  • ggf. 1-2 EL Wasser

Basisfüllung:

  • 100 g Cashewmus (ich stelle es nach dieser Anleitung her)
  • 100 g Kokosmus
  • 5 EL Kokosöl
  • 4 EL Yaconsirup
  • 1 TL Zimt

Pflaumenfüllung:

  • ca. 350 g Pflaumen + 3-4 Stück zur Deko
  • 1 TL Spirulina
  • 1 TL Zimt
  • 1 EL Flohsamenschalen

Zubereitung:

  • Springformboden mit Backpapier auslegen, gedörrte Pflaumen ggf. einweichen und pürieren
  • Boden: Pistazien, Macadamias und Mandeln im Blender zermahlen, Zimt sowie Vanille untermischen und mit Pflaumen und ggf. unter Wasserzugabe zu homogenem Teig verarbeiten, Kakaonibs zum Schluss unterheben
  • Boden in Form modellieren und gut andrücken
  • Pflaumen waschen, entsteinen und einige zur Deko klein schneiden
  • Basisfüllung: Kokosmus sowie Öl verflüssigen, mit Cashewmus und Yaconsirup im Hochleistungsmixer zu homogener Creme pürieren, 2 EL davon abnehmen, ca. ⅔ auf Boden verteilen und kurz im TK lagern
  • Pflaumenschicht: restliche Basisfüllung mit Pflaumen, Spirulina, Zimt und Flohsamenschalen zu homogener Masse mixen
  • Pflaumenfüllung auf 1. Schicht verteilen und erneut durchkühlen
  • Rest der 1. Creme in Spritzbeutel füllen, auf Torte aufspritzen und mit restlichen Pflaumenwürfeln dekorieren

Die Rohkosttorte hält sich ca. 2-3 Tage bei kühler Lagerung. Alternativ könnt ihr sie auch erneut einfrosten (dann allerdings am besten ohne Deko). Einen Teil der Pflaumen habe ich im Dörrgerät über ca. 10 Stunden bei 40°C dehydriert und diese dann in den Tortenboden integriert. Für dessen Zubereitung eignet sich am besten eine Küchenmaschine mit S-Messer, die mir allerdings nicht zur Verfügung steht. Aus diesem Grund mahle ich die Kerne im Blender und püriere die Trockenfrüchte separat. Dann gebe ich alle Zutaten in eine Schüssel und verarbeite sie zu einer homogenen Masse. Je nach Konsistenz muss ggf. noch ein wenig Wasser zugefügt werden. Der Teig sollte nicht zu bröselig und nicht zu matschig sein, aber dennoch gut zusammenhaften. Als Süßungsmittel verarbeite ich in diesem Rawcake Yaconsirup – ein aus der peruanischen Yaconwurzel gewonnener Saft. Seine malzig-karamellige Note und seine mild-dezente Süße harmonieren ausgezeichnet mit der Pflaumen-Zimt-Kombination. Allerdings könnt ihr auch jede andere gesunde Zuckeralternative zum Einsatz bringen – je nach eurer Präferenz. Auch die Kerne bzw. Nüsse könnt ihr frei nach eurem Gusto selektieren. Verwendet einfach die Sorten, die euch am besten schmecken.

Doch nun zurück zur Schuleinführung und zu den Verwandten. Auch wenn sie mir – mit Ausnahme meiner Mutti und Oma – wenig Verständnis für meine clean-vegane Ernährungsform entgegenbringen, gelang es mir bisher immer irgendwie sie mit meinen Kreationen in Erstaunen zu versetzen. Ich liebe es einfach, mein soziales Umfeld trotz aller Skepsis von der Vielseitigkeit dieses tierleidfreien Lifestyles zu überzeugen und meine Verwandtschaft eines Besseren zu belehren.

Pflaumen-Spirulina-Rawcake6Auf meine Frage hin: „Wer fasst sich ein Herz und besitzt den nötigen Mut diese rohvegane, glutenfreie Pflaumen-Spirulina-Torte einmal auszutesten?“ – wurden mir zumindest alle Teller entgegengestreckt. Allen voran mein extrem fleischaffiner Onkel – allerdings nicht ohne den Einwand „Pflaumen-was-für-Zeug-Torte?“ Für alle, die sich gerade dasselbe fragen, hier ein Kurzportrait über die Vorzüge der blau-grünen Süßwasser-Mikroalge Spirulina, die zu den ältesten Organismen unseres Planeten gehört und zu den absoluten Superfoods zählt: bereits die Azteken wussten ihre positiven Attribute zu schätzen und integrierten sie intensiv in ihren Speiseplan. Mit einem Proteingehalt von sage und schreibe 50-70% erfreut sich das Pulver nicht nur bei Leistungssportlern sehr großer Beliebtheit, sondern wird auch in der Medizin eingesetzt. Vor allem die entzündungshemmenden und virustatischen Eigenschaften werden hier intensiv analysiert. Auch in der Krebsforschung wurde Spirulina bereits im Tierexperiment erfolgreich getestet. Aufgrund des hohen lebensspendenden Chlorophyllgehaltes besitzt die Alge eine anticancerogene Wirkung. Daneben enthält Spirulina alle essentiellen Aminosäuren und Antioxidantien wie Beta-Carotin (Provitamin A), die als Radikalfänger zum Schutz unserer Köperzellen beitragen, oxidativen Stress reduzieren und den Alterungsprozess verlangsamen. Weitere relevante Inhaltsstoffe: Vitamin-B-Komplex, Kalium, Eisen, Zink, Selen und Jod. Als zusätzliches Bindemittel zum Erhalt der Textur dienen mir bei diesem Rawcake die Flohsamenschalen. Alternativ könntet ihr auch Chiasamen verwenden.  

Pflaumen-Spirulina-Rawcake7Mein skeptischer Onkel stellte sich an jenem Tag als 1. Testperson zur Verfügung. Sein Kommentar: „Hm, also die Torte schmeckt auf jeden Fall besser als sie aussieht… Nein, Spaß beiseite! Sehr lecker, Fanny! Wirklich, hätte ich nie für möglich gehalten. Wow!“ Er genehmigte sich sogar noch zwei weitere Stückchen. Das schönste Kompliment bezüglich der „Spinat-Schlammtorte“ erhielt ich jedoch von meinem Patenkind: „Wenn vegan so lecker ist, dann will ich das jetzt auch sein.“ Mein Neffe fügte noch ergänzend hinzu: „Die Torte schmeckt geil!“ Dementsprechend war sie – trotz oder gerade aufgrund des außergewöhnlichen optischen Erscheinungsbildes – in Windeseile quantitativ verspeist. All die anfänglichen Vorbehalte lösten sich in positives Wohlgefallen auf. Meine mit Abstand am skeptischsten beäugtetste Kreation wurde letztendlich begeistert zelebriert. Verwandtschaft zufriedengestellt, geschmacklich ins Schwarze getroffen, (vegane) Mission erfüllt 😇.

Alle Zutaten sind für eine 18-cm-Springform ausgelegt. Falls ihr größere Backformen verwendet, findet ihr im Anschluss eine Umrechnungstabelle für die entsprechenden Mengen. 

Umrechnungsfaktoren für Springformen

Falls ihr euer soziales Umfeld gern in Erstaunen versetzen möchtet, dann probiert diese Torte unbedingt aus. Seid ihr bereits mit Mikroalgen wie Spirulina oder auch Chlorella vertraut? Postet mir gern euer Feedback bzw. eure Fragen in den Kommis oder via Facebook. Auch über Fotos auf Instagram freue ich mich immer riesig, wenn ihr die Alltagstauglichkeit des Rezeptes einmal erprobt habt.

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